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Die Polizei hat nun Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Schützen vom Berliner Tempodrom erlassen. Quelle: Paul Zinken/dpa

Schüsse vor Tempodrom: Haftbefehl gegen Verletzten erlassen

Bei den Schüssen vor dem Berliner Tempodrom verlor ein Mensch das Leben, vier weitere wurden verletzt. Jetzt hat die Polizei einen Haftbefehl erlassen. Der mutmaßliche Täter wurde selbst schwer verletzt.

Berlin. Knapp eine Woche nach der Schießerei am Berliner Veranstaltungsort Tempodrom mit einem Toten und vier Verletzten haben die Ermittler einen ersten Verdächtigen. Der 48-jährige Mann wurde am Freitagabend selbst schwer verletzt und soll das 42-jährige Opfer erschossen haben, sagte die Sprecherin der Berliner Generalstaatsanwaltschaft, Mona Lorenz, am Donnerstag. Gegen den Verdächtigen, der seit Freitagabend im Krankenhaus liegt, wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen.

Zu weiteren Beteiligten und den genauen Hintergründen wird laut Staatsanwaltschaft noch ermittelt. Es sehe derzeit nach Rivalität unter den Männern und einem persönlichen Hintergrund aus, hieß es. Von einem Amoklauf und einem politischen oder terroristischen Motiv gehe man nicht aus.

Hintergründe der Schießerei sind noch unklar

In Zeitungen war von einer Auseinandersetzung zwischen zwei türkisch-kurdischen Familien die Rede. Auch die Staatsanwaltschaft sprach am Donnerstag offiziell von einer „Schießerei“. Was bedeuten würde, dass beide Konfliktparteien einen oder mehrere Schüsse abfeuerten. Anfangs sah es so aus, als habe nur eine Seite geschossen.

Zu den noch offenen Fragen zählte nun, von wem der Verdächtige angeschossen wurde. Der Mann sollte noch am Donnerstag aus einem normalen Krankenhaus ins Justizvollzugskrankenhaus in der Haftanstalt Plötzensee verlegt werden, wie Lorenz sagte.

Außer dem 48-Jährigen waren bei der Schießerei noch drei weitere Männer zwischen 28 und 52 Jahren verletzt worden. Sie sind alle türkischstämmig.

Trauerfeier für Todesopfer in Moschee

Unklar ist bisher, ob auch der erschossene Mann Teil des ursprünglichen Konflikts war oder zufällig dabei war. Die „Bild“-Zeitung zitierte eine Traueranzeige und Zeugenaussagen, in denen betont wurde, der Mann habe mit beiden Familien nichts zu tun gehabt.

Nach Medienberichten sollte es für den Getöteten am Donnerstag in der Neuköllner Sehitlik-Moschee eine Trauerfeier geben. Dann sollte der Sarg laut „Tagesspiegel“ in die Türkei überführt werden.

Die Schüsse fielen am Freitagabend um kurz vor 23.00 Uhr vor der Veranstaltungshalle im Bezirk Kreuzberg. Im Tempodrom lief noch eine türkische Comedyshow. Das Gebiet wurde nach den Schüssen weiträumig abgesperrt. Die Besucher der Veranstaltung wurden über Seiten- und Hinterausgänge aus dem Gebäude gebracht. Eine Mordkommission ermittelt.

RND/dpa