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Ein Vater steht am Freitag wegen zweifachen Mordes vor Gericht. (Symbolbild) Quelle: imago images/Rupert Oberhäuser

Familienvater löscht seine Familie fast aus – Mordprozess beginnt

Ein Mann will in Tiefenbronn seine Familie auslöschen. Er sticht laut Anklage auf seine Frau und die beiden kleinen Söhne ein. Nur eines der Kinder überlebt. Nun steht der Vater wegen zweifachen Mordes vor Gericht.

Karlsruhe. Ein 61 Jahre alter Familienvater muss sich von Freitag (9.00 Uhr) an vor dem Landgericht Karlsruhe wegen zweifachen Mordes verantworten. Er soll im Mai vergangenen Jahres seine 38 Jahre alte Frau und den achtjährigen Sohn umgebracht haben.

Dessen älterer Bruder wurde bei der Gewalttat in Tiefenbronn (Enzkreis) lebensgefährlich verletzt und entkam dem Tod nur knapp. Alle Opfer hatten schwere Schnitt- oder Stichverletzungen erlitten. Den Ermittlungen zufolge hatte der angeklagte Deutsche ihnen zuvor ein Beruhigungs- beziehungsweise Schlafmittel verabreicht.

15 Zeugen geladen

Am Tag der Tat hatte ein Zeuge den schwerst verletzten Elfjährigen auf der Straße gefunden und die Polizei gerufen. Das Kind, das laut Staatsanwaltschaft vor dem Vater in Todesangst geflüchtet war, konnte noch Hinweise geben – die Beamten durchsuchten daraufhin das Haus und entdeckten die Leichen der Mutter und des kleinen Bruders sowie den Vater. Dieser hatte nach der Bluttat versucht, sich mit Alkohol und Medikamenten umzubringen. Wenige Tage später gestand er. Das Motiv blieb bislang unklar.

Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht hat 15 Zeugen und mehrere Sachverständige geladen. Ein Urteil wird am 10. März erwartet. (Az.: 1Ks 90 Js 6590/19)

RND/dpa