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Ein Behälter liegt im Straßengraben auf der Ortsumgehung Sögel nach einem Unfall bei einem Schwertransport mit zwei Kohlendioxidbehältern. Quelle: Martin Remmers/dpa

Tank rollt in Graben: Schwertransport durch Emsland gestoppt

Der Transport von zwei Kohlendioxid-Speichern steht offenbar unter keinem guten Stern: Auch im zweiten Anlauf scheitert das Vorhaben. Einer der 35 Meter langen Tanks rollt in einen Graben.

Sögel. Der am Sonntagmorgen gestartete Schwertransport durch das Emsland mit einem Gesamtgewicht von 430 Tonnen hat ein jähes Ende gefunden. Auf etwa der Hälfte der Strecke kippte einer der beiden 35 Meter langen Behälter in den Graben. Nach Angaben des Einsatzleiters der Polizei, Klaus Hackmann, wurde der gesamte Transport stillgelegt. Die Fahrzeuge mit dem zweiten großen Tank befanden sich hinter dem verunglückten Zug und kamen ebenfalls nicht weiter. „Positiv ist, dass keiner verletzt ist“, betonte der Einsatzleiter.

Die Ursache für das Umkippen des Aufliegers samt Behälter sei noch unklar. Ob die Wetterbedingungen eine Rolle spielten, konnte der Polizist zunächst nicht sagen. Am Sonntag regnete es heftig im Emsland. In den kommenden Tagen ist die Ortsumgehung Sögel für die Bergung gesperrt. Es sei mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen, hieß es. Der Behälter mit 35 Meter Länge und 6,50 Meter Durchmesser liegt nun leicht beschädigt neben der Fahrbahn im Graben. Er wiegt 250 Tonnen und kann nur mit Spezialkränen gehoben werden.

Geplante Strecke recht lang

Der Schwertransport war am frühen Morgen gestartet. Beide Behälter wurden von jeweils zwei Tiefladern mit Zug- und Schubmaschine transportiert. Die Speicher für Kohlendioxid stammen von einer Metallbaufirma in Haselünne. Ziel sollte eigentlich das etwa 60 Kilometer entfernte Güterverteilzentrum im Hafen von Dörpen sein. Dort sollten sie in Richtung Dänemark verschifft werden.

„Wir hatten 2019 über 2400 polizeiliche begleitete Schwertransporte“, sagte Hackmann. Die geplante Strecke von 60 Kilometern sei allerdings in diesem Fall recht lang gewesen.

Erster Versuch nach Protest abgebrochen

Schon im Mai 2019 war ein erster Versuch, die Behälter zu transportieren, nach energischem Protest aus der Samtgemeinde Sögel von der Polizei abgebrochen worden. Um die gewaltigen Tanks über die Straße zu bringen, waren zahlreiche Bäume beschnitten worden. Dabei wurde enormer Schaden angerichtet: 300 hochstämmige Bäume müssen neu gepflanzt werden. Auch für diesen Transport gab es Baumschnitte – allerdings sollte dabei nach Angaben des Landkreises Emsland vorsichtiger vorgegangen werden.

An diesem Montag werden Gutachter an der auch für Schaulustige abgesperrten Unfallstelle erwartet. Von den Sachverständigen werden sowohl Erkenntnisse zur Unfallursache als auch zu Bergungsmöglichkeiten erhofft.

RND/dpa