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Berlin schafft 500 Autoparkplätze für E-Scooter-Stellplätze ab. (Symbolbild) Quelle: Oliver Berg/dpa

Berlin: 500 Autoparkplätze sollen E-Scooter-Stellplätzen weichen

500 Autoparkplätze sollen in Berlin zu E-Scooter-Stellplätzen werden. In den nächsten Monaten wollen Berlins Bezirke insgesamt 500 Kfz-Stellplätze abschaffen, um E-Scootern und Leihrädern mehr Stellplätze zu bieten. Bereits ab März 2020 sollen die ersten Abstellflächen eingerichtet werden.

Berlin. Innerhalb der nächsten Monate wollen Berlins Bezirke insgesamt 500 Kfz-Stellplätze abschaffen, um E-Scootern und Leihrädern mehr Stellplätze zu bieten, berichtet die “Berliner Morgenpost”. Zum Saisonauftakt im Frühling rechnet die Senatsverwaltung mit 160.000 E-Scootern auf den Straßen Berlins. Senat, Bezirke und Anbieter wollen durch den Ausbau der Stellflächen verhindern, dass E-Scooter kreuz und quer auf Gehwegen abgestellt werden. Bereits ab März 2020 sollen die ersten Abstellflächen eingerichtet werden.

“Dreistellige Zahl an Abstellflächen soll eingerichtet werden”

Die Planung in Charlottenburg-Wilmersdorf ist schon konkret: „Wir beabsichtigen, erste Abstellflächen zur nächsten Sommersaison eingerichtet zu haben“, teilte der Bezirk mit. Es werde auf “eine dreistellige Zahl an Abstellflächen“ hinauslaufen.

In der Planung für die neuen Stellplätze ist noch einiges unklar – beispielsweise, wer das Ganze bezahlt. Neukölln und Pankow fordern für die Umbauarbeiten Geld vom Senat. Ein Bezirkssprecher teilte mit, dass „die bezirklichen Mittel in 2020 für diese neue Maßnahme definitiv nicht ausreichen“. In Schöneberg sollen erst einmal fünf Parkplätze umgewandelt werden – Bezirksstadträtin Christiane Heiß (Bündnis 90/Die Grünen) „will erst mal wissen, ob dieses Angebot überhaupt eine ordnende Wirkung entfaltet”.

Verbotszone im Mitte

Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (Bündnis 90/Die Grünen) und Bezirk-Mitte-Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (SPD) befürworten die Reglementierung für eine Sondernutzungslösung – sie möchten die Verwendung der Fahrzeuge der Anbieter zur Sondernutzung des öffentlichen Straßenlandes erklären. So könnte das Land Gebühren verlangen, wenn E-Scooter falsch abgestellt werden und weitere Regeln vorschreiben.

Der Bezirk Mitte hatte mit den Anbietern der E-Scooter neue Verbotszonen festgelegt – in diesen Gebieten ist es technisch nicht möglich, die Roller abzustellen. Laut “Berliner Morgenpost” gehören dazu unter anderem das Holocaust-Mahnmal, der Mittelstreifen Unter den Linden, Leipziger und Potsdamer Platz, die Museumsinsel sowie der Gendarmenmarkt. Außerdem das Nikolaiviertel, der Hackesche Markt und der Leopoldplatz.

Kritik an Geschwindigkeit

Der E-Scooter-Anbieter “Lime” kritisiert die Geschwindigkeit der Bezirke. Es sei erforderlich, “zeitnah die dringend benötigte Infrastruktur zu schaffen“. Lime-Deutschland-Chef Jashar Seyf glaubt, dass gesonderte Stellflächen “die einzig sinnvollen Lösungen sind, um ein geordnetes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer sicherzustellen.“

Bereits vor der Einführung der Roller gab es in den Bezirken Zweifel an dem Erfolg der E-Scooter-Stellplätze – denn Kunden sind auch künftig nicht dazu verpflichtet, die dafür vorgesehenen Zonen fürs Abstellen zu benutzen. Von Dassel kritisiert “Was haben wir gewonnen, wenn es kein Druckmittel gibt, die Nutzer dazu zu veranlassen“.

RND/ros