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Nach Schüssen im Bereich einer Brauerei sind mehrere Menschen getötet worden. Quelle: Morry Gash/AP/dpa

Brauereimitarbeiter erschießt fünf Kollegen und sich selbst

Erneut fallen Schüsse in den USA: Ein Mitarbeiter einer Brauerei eröffnet das Feuer und erschießt fünf seiner Kollegen. Anschließend tötet er sich selbst. Das Motiv ist unklar.

Milwaukee. Ein Mann hat in Milwaukee in einem Industriegebäudekomplex das Feuer eröffnet und fünf Kollegen und sich selbst getötet. Der Täter sei ein 51-jähriger Mann aus Milwaukee, der an einer selbst zugefügten Schusswunde gestorben sei, teilte die Polizei in der im US-Staat Wisconsin gelegenen Stadt am frühen Mittwochabend (Ortszeit) mit. Neben den Getöteten gab es demnach keine weiteren Verletzten.

Angaben zu einem möglichen Motiv des Täters und zum genauen Ablauf gab es zunächst nicht. Auch zu den Opfern ist noch nichts bekannt gegeben worden. Der Polizei zufolge wurden am frühen Abend noch Angehörige informiert. Beamte durchkämmten den Komplex mit mehr als 20 Gebäuden, in denen insgesamt mehr als 1000 Menschen arbeiteten. Polizeichef Alfonso Morales sagte, die Behörden glaubten, der Schütze habe alleine gehandelt und dass die Bedrohung vorbei sei.

Auf dem Industriecampus sind unter anderem Büros und das Brauereiunternehmen Molson Coors untergebracht. Dieser Teil ist als „Miller Valley“ bekannt, der Name bezieht sich auf die zum Unternehmen gehörende Brauerei Miller Coors. Mehr als 600 Menschen arbeiten in diesem Teil des Industriekomplexes.

„Es ist ein schrecklicher, schrecklicher Tag“

Molson-Coors-Chef Gavin Hattersley nannte den Schützen einen „aktiven Brauereimitarbeiter“. „Ich bin erschüttert, Ihnen leider mitteilen zu müssen, dass wir bei diesem tragischen Vorfall fünf weitere Mitglieder unserer Familie verloren haben“, schrieb er in einer E-Mail an die Mitarbeiter. „Es gibt keine Worte um die tiefe Trauer auszudrücken, die viele von uns im Moment fühlen.“ Das Büro und die Brauerei würden zunächst geschlossen, um Menschen Zeit zu geben, damit umzugehen.

Der Bürgermeister von Milwaukee, Tom Barrett, sprach von einem „schrecklichen“ Geschehen. „Es ist ein schrecklicher, schrecklicher Tag für Arbeitnehmer hier. Es ist ein sehr harter Tag für jeden, der dieser Situation nahe ist.“

Präsident Donald Trump sprach die Schüsse zu Beginn einer Pressekonferenz zum Ausbruch des Coronavirus an: „Unsere Herzen brechen für sie und ihre Lieben“, sagte Trump. „Wir schicken unser Beileid. Wir werden bei ihnen sein, und es ist eine schreckliche Sache, eine schreckliche Sache.“

Derartige Vorfälle gab es 2020 bereits dreimal in den USA, insgesamt kamen dabei zwölf Menschen durch Schüsse ums Leben. 2019 gab es 44 Massentötungen mit 224 Opfern. Die Nachrichtenagentur AP sammelt gemeinsam mit USA Today und der Northeastern University seit 2006 Daten zu Tötungen von vier oder mehr Menschen innerhalb von 24 Stunden in den USA, unabhängig von Tatwaffe, Motiv und Beziehung zwischen Täter und Opfern.

RND/AP