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Rund ein halbes Jahr nach einem Großbrand in einer Chemiefabrik im nordfranzösischen Rouen hat die Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet. F Quelle: Stephanie Peron/AP/dpa

Nach Großbrand: Ermittlungsverfahren gegen französische Chemiefabrik

Vor etwa einem halben Jahr hat es in einer nordfranzösischen Chemiefabrik gebrannt. Nun hat die Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet.

Paris. Rund ein halbes Jahr nach einem Großbrand in einer Chemiefabrik im nordfranzösischen Rouen hat die Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet. Der Firma Lubrizol werde das Verbreiten von Schadstoffen ins Grund- und Meerwasser sowie der unsachgemäße Betrieb einer Chemiefabrik vorgeworfen, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Dies sei gesundheitsgefährdend gewesen und habe schwere Umweltschäden zur Folge gehabt. Lubrizol muss außerdem vier Millionen Euro als Sicherheit bereitstellen – diese Summe soll die Ansprüche der Opfer garantieren.

Im September vergangenen Jahres war die Chemie-Fabrik in der Normandie in Flammen aufgegangen, eine gigantische Rauchsäule stieg über der Region auf. Bei dem Großbrand waren mehr als 5200 Tonnen Chemikalien verbrannt. In der Region fanden sich anschließend zahlreiche Rußspuren. Flüsse und Seen waren verschmutzt, in der Luft lag ein unangenehmer Geruch. Der Brand sorgte damals für großes Aufsehen in Frankreich – Anwohner warfen den Behörden vor, nicht genug für ihren Schutz zu tun.

Brandursache weiterhin unklar

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist die Brandursache weiterhin unklar. Die Chemiefabrik in Rouen gehört in Frankreich in die sogenannte Seveso-Kategorie von gefährlichen Standorten, die besonders überwacht werden. Im italienischen Seveso bei Mailand war es 1976 zu einem verheerenden Chemieunfall gekommen.

RND/dpa