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Bei schneeglatter Fahrbahn und starkem Wind kam ein Reisebus von Straße ab. Acht Insassen wurden verletzt. Quelle: Stefan Puchner/dpa

Sturm wütet im Süden: Windböe lässt Reisebus umkippen, acht Verletzte

Stürmisches Wetter und Schneefall sorgen in der Nacht in Süddeutschland für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr. Ein Bus wird von einer Windböe erfasst und kippt um. Es gibt Verletzte. Auch die Bahn hat Probleme.

Ulm. Sturmtief „Bianca“ hat mit Sturmböen, Schneefall und Glätte in Baden-Württemberg und weiten Teilen Bayerns für Behinderungen im Bahnverkehr und zahlreiche Unfälle gesorgt. Bei einem durch eine Windböe verursachten Busunfall wurden bei Ulm acht Menschen verletzt.

Auf schneeglatter Straße war am späten Abend der Reisebus aus Kroatien von einer Windböe erfasst worden und umgekippt. Acht Menschen seien bei dem Unfall auf der Bundesstraße 10 bei Tomerdingen im Alb-Donau-Kreis (ebenfalls baden-Württemberg) verletzt worden, teilte die Polizei am Freitagmorgen mit. Der 48-jährige Fahrer und eine 53 Jahre alte Passagierin erlitten schwere Verletzungen. Der Bus war in Richtung Stuttgart unterwegs. Die B10 musste über mehrere Stunden voll gesperrt werden. Sie konnte nach Angaben der Behörden erst am Morgen wieder freigegeben werden.

Baum fällt auf fahrendes Auto

In vielen Teilen Baden-Württembergs mussten Polizei und Feuerwehr zu zahlreichen witterungsbedingten Unfällen ausrücken. Meist ging es dabei jedoch nach Aussagen der Behörden um umgestürzte Bäume, Bauzäune oder Straßenschilder. In Laufenburg (Kreis Waldshut) wurde ein fahrendes Auto von einem Baum getroffen. Einsatzkräfte befreiten die Fahrerin. Sie wurde verletzt.

In Bayern gingen nach Angaben der Polizei die meisten Unfälle glimpflich aus. Umgestürzte Bäume und Stromausfälle hielten die Einsatzkräfte auf Trab. Auf der Autobahn 9 zwischen Bayreuth und Trockau blieben im dichten Schneetreiben Lastwagen in beiden Richtungen liegen. Die Strecken mussten vorübergehend gesperrt werden. Auch ein Abschnitt der A71 aus Thüringen in Richtung Schweinfurt wurde nach einem Unfall mit einem Lastwagen gesperrt.

Bei witterungsbedingten Verkehrsunfällen gab es nach Angaben der Polizei vom frühen Freitagmorgen Leichtverletzte. Im Allgäu blieben rund 30 Haushalte noch bis zum Morgen ohne Strom, wie Sprecher der Polizei sagte. Zahlreiche kleinere Straßen seien gesperrt worden.

Bahnstrecken wegen des Sturms gesperrt

Große Einschränkungen gab es im Bahnverkehr: Zwischen Nürnberg und Stuttgart musste am Abend ein IC-Zug im mittelfränkischen Leutershausen auf freier Strecke anhalten, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Wie viele Reisende darin mindestens eine Stunde ausharren mussten, war zunächst unklar. Grund war ein Baum, der ins Gleis gekracht war. Im Fernverkehr war zudem am Abend die Strecke zwischen Offenburg und Freiburg gesperrt. Grund war der Bahn zufolge eine Plane, die der Sturm in die Oberleitung geweht hatte.

Pendler und Zugreisende müssen sich in Baden-Württemberg weiter auf Einschränkungen im Regionalverkehr einstellen. Am Freitagmorgen waren nach Angaben der Deutschen Bahn noch die Schwarzwaldbahn zwischen Triberg und Villingen-Schwenningen sowie die Verbindung zwischen Schrozberg (Kreis Schwäbisch Hall) und dem fränkischen Niederstetten gesperrt. Es sei noch nicht abzuschätzen, wie lange die Sperrungen andauern werden, sagte eine Bahnsprecherin am Morgen. Experten sollen die Schäden demnach am Vormittag begutachten. Auch ein Ersatzverkehr sei in Planung.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Baden-Württemberg vor schweren Sturm- und Orkanböen in der Nacht zu Freitag gewarnt.

RND/dpa/seb