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Das Kind wollte spontan ins Wasser, hatte aber keine Badesachen dabei. (Symbolbild) Quelle: Mark J. Terrill/AP/dpa

Vater verschickt Fotos von Tochter am Strand an Mutter: Anzeige

In Norwegen wurde ein Vater vorübergehend festgenommen, weil er seine Tochter nackt baden ließ und Fotos davon an die Kindsmutter schickte. Nun wird er möglicherweise wegen sexuellem Missbrauch angeklagt.

“Das war der vielleicht absurdeste Abend meines Lebens”, beginnt Havard Wigtil einen langen Beitrag bei Twitter. Der Mann war mit seiner achtjährigen autistischen Tochter an einem Strand bei Trondheim unterwegs, als das Mädchen wie so oft Lust auf ein Bad hatte. Doch die beiden hatten keine Badesachen dabei – für das Kind kein Problem, es badet gerne nackt. Während die Tochter plantscht, macht der Vater ein Bild und schickt es an die Mutter zu Hause: “Die Bade-Saison ist eröffnet”, schreibt er.

Als die beiden ihren Spontanausflug beenden wollen und das Mädchen sich gerade wieder anzieht, stoppt ein Polizeiauto. “Ich war neugierig, was die Beamten hier am Strand wollten – zu meiner Überraschung waren sie da, um mit mir zu sprechen.” Offenbar hatten zwei Frauen, die in einiger Entfernung Sport gemacht hatten, die Beamten gerufen, weil sie sexuellen Missbrauch befürchteten.

Vater wurde mehrere Stunden festgehalten und vehört

“Ich dachte noch, es ist zwar eine merkwürdige Einschätzung der Situation, aber besser die Polizei wird einmal zu viel als einmal zu wenig gerufen”, schreibt Wigtil. Doch während der Vater noch dachte, die Situation würde sich schnell klären, will die Polizei erst sein Telefon, die Bilder und die Nachrichten sehen – später suchen sie den Mann zu Hause auf, beschlagnahmen sein Handy und verhörten ihn und die Kindsmutter.

Nach mehreren Stunden wurde Wigtil zwar wieder freigelassen, doch ihm droht dennoch eine Anzeige wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Auch das Jugendamt wurde routinemäßig von der Polizei informiert. Die beiden Frauen hatten der Polizei berichtet, der Vater habe dem Kind Anweisungen gegeben, wie es posieren sollte – was der Mann bestreitet.

Viel Zuspruch für den Vater in den sozialen Medien

Ob der Mann sich nun vor Gericht verantworten muss, ist noch unklar, berichtet “Dagbladet”: Zwar seien die Ermittlungen abgeschlossen, aber ob Anklage erhoben wird, sei noch nicht entschieden, sagte ein Polizeisprecher.

Auf Twitter erhält der Mann viel Zuspruch. Andere Eltern von autistischen Kindern boten ihm an, der Polizei zu erklären, wie sich ihre Kinder am Strand verhielten, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben. Wieder andere bescheinigen der Polizei, kein Gespür für die Situation gehabt zu haben. Eine Frau schreibt gar, es handle sich um Diskriminierung – eine Mutter, die in der Situation Bilder von ihrem Kind gemacht hätte, wäre anders behandelt worden.

RND/msk