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Treu und loyal bis zur Selbstvergessenheit: Hunde stehen zu Herrchen und Frauchen. In Wuhan wartete ein kleiner Mischlingsrüde drei Monate darauf, dass sein an Covid-19 verstorbenes Herrchen zurückkehren würde. (Symbolfoto) Quelle: Clara Rechenberg/dpa-tmn

Corona-Drama: Hund wartet monatelang in Klinik auf totes Herrchen

Ein Mann stirbt im Februar in einer Klinik in Wuhan an Covid-19, zurück bleibt sein kleines Mischlingshündchen. Drei Monate wartet der Rüde und liefert ein Musterbeispiel tierischer Anhänglichkeit ab. Kinofans dürften sich an einen bekannten Film erinnert fühlen.

Kleiner Hund, große Treue. Geduldig wartete ein Mischlingshündchen in einem Krankenhaus auf sein Herrchen. Suchte alle Ecken des Hauses ab, ohne ihn finden zu können. Doch der Besitzer, so berichtete die “New York Post”, war nach fünf Tagen im Wuhan Taikang Hospital verstorben. Eines der Opfer, die im Februar in der Ausbruchsstadt der Pandemie tödlich an Covid-19 erkrankt waren.

Besucher und Mitarbeiter fütterten den kleinen Rüden

Der sieben Jahre alte Rüde glaubte bis zuletzt an eine Wiederkehr. Wohlmeinende Besucher und Mitarbeiter sicherten sein Überleben, streichelten und fütterten ihn. Wu Cui-fen, die einen Supermarkt im ersten Stock des Krankenhauses führt, versuchte zunächst vergeblich, das Hündchen aus dem Hospital zu entfernen. Sie setzte ihn eines Tages weit weg aus – und doch fand das Tier wieder zurück.

Dann begann Frau Wu, regelmäßig nach ihm zu sehen, gab dem Hund den Namen Xiaobao, was “kleiner Schatz” bedeutet. “Er verließ das Hospital nie” sagte Frau Wu der Zeitung. “Es war unglaublich anrührend – eine solche Anhänglichkeit.” Nach einiger Zeit ließ sie Xiaobao auch in ihren Markt.

Schließlich beschwerten sich einige Patienten über den vierbeinigen Dauergast. Xiaobao wurde in die Wuhan Small Animal Protection Association verbracht. In dem Tierhort wurde er sterilisiert und es gibt auch schon Interessenten, die ihm ein neues Zuhause geben wollen.

Filmfans fühlen sich an “Hachiko” erinnert

Filmfans erinnert die Geschichte an das Kinodrama “Hachiko” (2009), in dem sich der jahrzehntelange Prettywomanizer Richard Gere als Hundeliebhaber versuchte. Der flauschige Akitahund Hachiko wartete lange Jahre bis zu seinem Tod auf die Rückkehr seines längst verstorbenen Herrchens (Gere).

Der den Film über tierische Treue mit einigen zauberhaften Effekten garnierende Regisseur Lasse Hallström stopfte seinem Publikum nicht nur einen Trauerkloß in den Hals, sondern gleich die ganze Schüssel. Wer am Ende von “Marley & Ich” Tränen vergossen hatte, dem drohte bei “Hachiko” die Hochgeschwindigkeitsmumifizierung. Hier kam die “Love Story” des Tierfilms, so traurig war’s seit “Lassies Heimkehr” von 1943 nicht mehr im Kino gewesen.

Auch dieses nach Amerika verlegte Hollywoodhundedrama basiert übrigens auf einer wahren Geschichte. In den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts wartete Hachiko am Tokioter Bahnhof Shibuya zehn Jahre lang auf die Rückkehr seines Herrchens, des Agrarwissenschaftlers Hidesaburo Ueno, nachdem dieser einer Hirnblutung erlegen war.

In Japan kennt jedes Kind Hachiko

Die Geschichte des “treuen Hundes Hachiko” kennt in Japan jedes Kind. In der japanischen Hauptstadt gibt es sogar ein Hachiko-Denkmal am Shibuya-Bahnhof.

RND/big