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Vor der Kita in Viersen erinnern Steine an die ermordete Greta. Quelle: Federico Gambarini/dpa

Mordverdacht in Viersener Kita: In Tönisvorst schöpfte man keinen Verdacht

Die unter Mordverdacht stehende Erzieherin aus Viersen soll schon zuvor Kinder schwer misshandelt haben – unter anderem in einer Kita in Tönisvorst. Deren Betreiber sahen jedoch keinen Grund, die Erzieherin zu verdächtigen: “Für den Zwischenfall gab es für uns eine andere, sehr plausible Erklärung.”

Tönisvorst. Hat die unter Mordverdacht stehende Erzieherin auch schon in anderen Kitas Kinder schwer misshandelt – oder sogar zu töten versucht? Die Polizei ermittelt gegen die 25-Jährige, die in Viersen die dreijährige Greta getötet haben soll, auch wegen mehrerer anderer Vorfälle bei früheren Arbeitgebern. Mit im Fokus dabei: Eine Kita in Tönisvorst, bei der die Erzieherin im Herbst 2019 schon nach knapp zwei Monaten wieder rausflog.

Der verdächtige Vorfall ereignete sich dort Ende Oktober: Ein knapp zweijähriges Mädchen musste mit Rettungswagen und Notarzt ins Krankenhaus gebracht werden – nachdem es beim Wickeln in schwere Atemnot geraten war. Die einzige Person, die in diesem Moment bei dem Mädchen war, sei die 25-jährige Erzieherin gewesen, so schildert es Jessica Freundl aus dem Vorstand der Kita Biberburg gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Kein Verdacht in Tönisvorst – weil Kita-Kind vorerkrankt war

Unter Verdacht sei die Erzieherin damals aber weder im Team der Kita noch beim Vorstand geraten: “Das Mädchen hatte eine Vorerkrankung, die als Ursache für die Atemnot absolut plausibel erschien”, sagt Freundl. Spuren von Gewalt hätten die Ärzte nicht entdeckt, zudem habe die Erzieherin selbst den Rettungswagen alarmiert.

Ausführlich befragen können habe der Vorstand die junge Erzieherin damals aber anschließend auch nicht mehr, weil man ihr bereits gekündigt hatte – nach nicht einmal zwei Monaten im Dienst, noch in der Probezeit. Der Grund dafür sei aber ebenfalls kein Verdacht auf Misshandlungen gewesen, sondern das Votum der Kolleginnen: Es habe im Team “einfach nicht gepasst”, sagt Freundl heute. Die Erzieherin sei aber “gut zu den Kindern gewesen”. Von dem schweren Verdacht gegen die frühere Mitarbeiterin habe man erst vor Kurzem durch die Polizei erfahren: “Das hat uns alle sehr schwer getroffen.”