Donnerstag , 20. September 2018
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“Mexikoring“ und mehr Buchtipps

Ein herrlich plastisches Zeitbild rund um Anette von Droste-Hülshoff und die Studentenproteste von 1817, atmosphärische, zum Roman verbundene Porträts der Nachkommen eines mexikanischen Mordopfers, und ein neuer Fall für Simone Buchholz’ toughe Hamburger Staatsanwältin Chas Riley: die Buchtipps von Ruthe Bender.

Karen Duve: Fräulein Nettes kurzer Sommer.Es ist eine Männerwelt, in der 1817 in Göttingen die Studenten marodieren und der Adel das Bürgertum aufsteigen sieht. Annette von Droste-Hülshoff will als Dichterin gehört werden. Karen Duve macht sie zum Mittelpunkt eines herrlich plastischen Zeitbildes – mit erstaunlichen Überschneidungen zur Gegenwart.

Antonio Ruiz-Camacho: Denn sie sterben jung. Ein Verbrechen hat sie aus Mexiko vertrieben und versprengt von den USA bis Spanien. Aber die Bedrohung ist mitgereist, liegt wie Mehltau über den Nachkommen José Victoriano Arteagas, des ermordeten Familienoberhauptes, und den Kurzgeschichten, die sich hier lose zum Roman verbinden. Der Autor zeichnet Unbehauste in Zeit und Raum.

Simone Buchholz: Mexikoring. Wenn die Sätze so trocken zerbröseln wie Knäckebrot und ein paar nikotinsüchtige Ermittler in illusionslosen Dialogen philosophisch werden, dann steckt Chas Riley, ihres Zeichens Staatsanwältin in Hamburg, in einem neuen Fall. Der führt diesmal von einem brennenden Fiat in der City Nord in die Parallelwelt libyscher Clans und mitten ins organisierte Verbrechen.

Von Ruth Bender