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Wieder wurde ein Gemälde aus dem Bestand des Kunsthändlers Gurlitt als Raubkunst identifiziert. Hier sind Bilder aus der Sammlung in der Ausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ aus dem Kunstmuseum in Bern 2017 zu sehen.

Wieder wurde ein Bild aus der Sammlung Gurlitt als Raubkunst identifiziert

Paul Signacs „Quai de Clichy“ aus der Sammlung Gurlitt wurde von Experten als Raubkunst identifiziert. In einer Multimedia-Reportage zeigen wir die Chronologie des Bestands vom Kunsthändler Hildebrand Gurlitt.

Aus dem Bestand des verstorbenen Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt und seines Sohnes Cornelius ist ein weiteres Gemälde als Raubkunst identifiziert worden. Es handelt sich um das Bild „Quai de Clichy“ von Paul Signac, das seit 2016 über die Lost-Art-Datenbank publiziert worden war, wie das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste mitteilte. Auf das Gemälde sei ein Herausgabeanspruch angemeldet worden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärte, sie sei zuversichtlich, dass das Gemälde zügig restituiert werden könne.

„Damit können wir ein weiteres Werk aus dem Kunstfund Gurlitt an Nachkommen eines Opfers nationalsozialistischer Verfolgung zurückgeben“, sagte Grütters. Jedes restituierte Werk sei ein weiterer „Mosaikstein der historischen Gerechtigkeit“.

Die umstrittene Sammlung Gurlitt – eine Multimedia-Reportage

Dem Immobilienmakler Gaston Prosper Lévy gehörte das Bild

Der französische Immobilienmakler Gaston Prosper Lévy (1893-1977) hatte das Werk den Angaben zufolge 1927 erworben. Lévy, der als Jude von den Nationalsozialisten verfolgt wurde, ließ im Juni 1940 den überwiegenden Teil seiner in Paris befindlichen Sammlung von über 100 Werken der französischen Moderne sowie Kunstgegenstände und Möbel zur Sicherung auf sein Schloss Les Bouffards 150 Kilometer südlich von Paris bringen. Ihm und seiner Frau gelang die Flucht nach Tunis.

Im Oktober 1940 beschlagnahmten deutsche Soldaten die Kunstgegenstände, darunter auch das Gemälde „Quai de Clichy“. Über den französischen Kunstmarkt gelangte das Werk schließlich in den Besitz von Hildebrand Gurlitt. Große Teile der Sammlung seines Sohnes Cornelius Gurlitt standen im Verdacht, jüdischen Besitzern während der Nazi-Zeit geraubt worden zu sein. Bisher haben sich erst sieben der rund 1500 Kunstwerke eindeutig als NS-Raubkunst erwiesen.

Von epd/dpa//RND