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Erben eines Feuerwehrautos: Hannah (Nina Weniger, r.) und Naja (Thelma Buabeng) reisen zwecks Erbschaft nach Norwegen. Quelle: Foto: Resistefilm

Kritik zu „Wenn Fliegen träumen“ – Zwei Halbschwestern und eine schräge Norwegenreise

Dieses Regiedebüt hat es nicht in sich: Katharina Wackernagel schickt zwei Halbschwestern in dem Roadmovie „Wenn Fliegen träumen“ (Kinostart am 27. Juni) auf eine mäßig unterhaltsame Reise nach Norwegen.

Hannover. Katharina Wackernagel ist als Schauspielerin gut im Geschäft – jetzt hat sie zum ersten Mal Regie geführt. „Wenn Fliegen träumen“ heißt ihr Debütfilm, der ohne staatliche Fördergelder entstanden ist. Was man diesem grotesken Roadmovie allerdings auch ansieht.

Vieles wirkt improvisiert, die Ausstattung und die Requisiten sind recht schlicht, einige der Nebendarsteller agieren amateurhaft. Und beim Drehbuch ist Wackernagel von ihrem Bruder Jonas Grosch unterstützt wurden. Viele skurrile Figuren begeben sich hier auf die Reise – unter anderem mit einem Feuerwehrauto.

Wenn Fliegen träumen – Zwei ungleiche Schwestern auf Reisen

Das klingt komisch, ist es aber leider nicht – trotz einiger netter Einfälle, welche die recht zähe Geschichte auflockern. Im Mittelpunkt stehen zwei Halbschwestern – die selbstmordgefährdete Hannah (Nina Weniger) und die Psychotherapeutin Naja (Thelma Buabeng). Ihr Vater, den sie beide kaum kannten, ist in Norwegen gestorben, hat ihnen dort ein Häuschen hinterlassen und das Feuerwehrauto.

Um ihr Erbe anzutreten, machen sich die zwei auf den Weg, verfolgt von Najas kleiner Patientengruppe. So entwickelt sich eine mal absurde, zwischendurch wilde und nicht immer logische Verfolgungsjagd, die für einige Teilnehmer zum Selbstfindungstrip wird.

Man spürt den Spaß aller Beteiligten

Man spürt durchaus den Spaß, den alle Beteiligten an diesem Film hatten. Dennoch fragt man sich als Zuschauer dann doch ziemlich schnell, was das Ganze eigentlich soll. Was wollte uns Wackernagel damit eigentlich erzählen? Und vor allem: Weshalb sollte man dafür eigentlich ins Kino gehen?

Von Ernst Corinth