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Für sie gibt er alles: Jenny (Emilia Schüle) und Axel (Johannes Kienast). Quelle: Foto: W-Film

„Axel, der Held“: Die fabelhafte Welt des Axel

Märchen, Selbstfindungsdrama, Provinzwestern: Der Film „Axel, der Held“ (Kinostart: 15. August) ist vieles – aber am Ende dann doch nichts so richtig.

Hannover. Ein Held ist Axel (Johannes Kienast) nur in seiner Fantasie. Da bietet er dem örtlichen Hühnerbaron und Casinobetreiber Manne (Sascha Alexander Geršak) Paroli und kommt seiner Jugendliebe Jenny (Emilia Schüle) näher. Die hat allerdings ein anderer als potenzielle Mutter seiner künftigen Kinder auserkoren: Manne, bei dem der Tagträumer in der tristen Realität unter erniedrigenden Bedingungen Spielschulden abarbeitet. Axel nimmt sein Schicksal erst dann selbst in die Hand, als er sich mit dem so betagten wie furchtlosen Winnetou-Fan Heiner (Christian Grashof) verbündet, den der expansionsfreudige Hühnerfarmer von dessen Grundstück vertreiben will.

Sehen Sie hier den Trailer zu „Alex, der Held“:

Der Film von Hendrik Hölzemann, der sich nach seinem Regiedebüt „Kammerflimmern“ (2004) mehr aufs Drehbuchschreiben verlegt hatte, beginnt mit den Worten „Es war einmal …“ wie ein Märchen – und versteht sich auch als solches. In dieser Hinsicht ist das Miniaturmodell, das sich der Titelheld von seiner kleinen Welt gebaut hat, eine hübsche visuelle Stütze. Man kann das Werk aber auch als Selbstfindungsdrama oder als eine Art Provinzwestern betrachten.

Märchenhafter Mikrokosmos

Allerdings dauert es etwas, bis „Axel, der Held“ richtig auf Tour kommt. Und trotz aller Bemühungen des Regisseurs mag sich der womöglich angestrebte magische Realismus nur bedingt einstellen. Da hatte „Die fabelhafte Welt der Amélie“ Axels märchenhaftem Mikrokosmos doch einiges voraus. Allerdings: Regisseur Jean-Pierre Jeunet standen auch deutlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung als Hendrik Hölzemann.

Von Jörg Brandes/RND