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Die Stars von "Check Check": Klaas Heufer-Umlauf mit seiner Lebensgefährtin Doris Golpashin bei der "Check Check"-Premiere in Berlin. Golpashin spielt in der Serie die Flughafenchefin Sabine, Heufer-Umlauf den Sicherheitsmann Jan. Quelle: imago images/APress

“Check Check” – Klaas Heufer-Umlauf über seine neue Serie

In der neuen Serie „Check Check“ spielt Klaas Heufer-Umlauf einen Sicherheitsdienstmitarbeiter, der in die Provinz geht, um seinem kranken Vater beizustehen. Die Idee hatte der umtriebige Schauspieler, Moderator und Produzent selbst. Er hofft darauf, dass “irgendwann mal eine größere Gemütlichkeit in mich fährt”.

Herr Heufer-Umlauf, auf einer Skala von eins bis zehn: Wie gern geben Sie Telefoninterviews?

Seitdem ich schnurlose Kopfhörer habe, bin ich grundsätzlich wieder offener für Telefonate. Ich habe nur keinen Bock, das Handy am Ohr zu haben wie 1994. Aber seitdem ich beim Telefonieren rumlaufen kann, habe ich wieder viel mehr Lust, alte Freunde anzurufen. Auch wenn die Dinger ein bisschen wie das obere Teil einer elektrischen Zahnbürste aussehen.

Ihre neue Serie heißt „Check Check“. Wann stand der Name fest, oder war das nur der Arbeitstitel?

Das ist so wie einer Band, die man als Teenager hat: Man hat noch keinen einzigen Song, niemand spielt ein Instrument, aber Hauptsache, man hat schon mal einen coolen Namen. „Check Check“ stand schon fest, bevor wir einen einzigen Buchstaben getippt haben.

Stimmt es, dass Sie die Idee zur Serie hatten?

Die grundsätzliche Idee ist von mir. Für den Teil, den ich nicht kann – nämlich gute Drehbücher schreiben –, kamen dann Leute dazu, die das hauptberuflich machen. Ich fand die Idee spannend, weil es um Leute geht, die sich im normalen Leben vielleicht gar nicht kennen würden, aber am Flughafen dann Hand in Hand zusammen arbeiten. Außerdem wird man ja immer so einbezogen, in diese Gespräche, wenn man an der Securitytheke vorbeigeht. Endlose Gespräche darüber, wann wo wer rauchen gehen darf, wer zuletzt rauchen war und wer zu oft rauchen geht, kombiniert mit teilweise intimsten Details aus dem Leben der Kollegen.

Was finden Sie besonders unterhaltsam beim Securitycheck?

Wenn deutsche Familien mit ihren Kindern vor dem Securitycheck stehen und ihre Kinder zwingen, die 1,5-Liter-Flasche Sprite auszutrinken, die sie gerade gekauft haben, weil man diese ja nicht mit reinnehmen darf.

In der Serie spielen Sie anfangs einen jungen Mann, der mit Algen-Burgern durchstarten will. Haben Sie sich die Idee schützen lassen?

Sie meinen, sonst kommt da so ein Joko und macht ein Start-up draus? Nee, bislang nicht. Also von mir aus können gern alle loslegen und Algen-Burger unter die Leute bringen. Wäre gespannt, ob es tatsächlich funktioniert.

Ihr Charakter Jan geht zurück in die Provinz, um sich um seinen kranken Vater zu kümmern. Sie wohnen zwar in Berlin, aber kommen ja aus Oldenburg. Auch mal daran gedacht, später zurückzuziehen?

Mein Vater ist bereits gestorben, als ich 23 Jahre alt war. Aber meiner Mutter und ihrem Freund geht es gut, und ich mache mir da aktuell keine Gedanken drum. Es sind eigentlich immer lustige Abende, wenn ich mit meiner Mutter darüber rede, was wir machen, wenn sie mal dement wird. Die ersten zehn Minuten reden wir vernünftig darüber, und dann machen wir Gags und lachen uns tot.

In einer Szene sagen Sie zu Ihrer Chefin, die von Ihrer Lebensgefährtin gespielt wird: „Zusammen hätte aus uns echt was werden können.“ Wie ernst konnten Sie da beim Dreh bleiben?

Wir haben ja schon zwei Kinder zusammen. Das ist also schon was geworden. (lacht) Doris ist ja auch eine richtige Schauspielerin, und da sie das echt sehr gut macht, strahlt das ein bisschen auf mich ab. Kleinere Unzulänglichkeiten meinerseits werden von ihrem Talent überdeckt.

Sie arbeiten als Moderator, Sänger, Schauspieler und Produzent und sind gerade 36 Jahre alt geworden. Geben Sie jetzt so viel Gas, um dann so wie Stefan Raab frühzeitig aufzuhören?

Ich hoffe, dass irgendwann mal eine größere Gemütlichkeit in mich fährt, die mich dazu bringt, das Jahr etwas entspannter zu organisieren. Aber das sehe ich noch nicht kommen. Mir geht es eigentlich gut so, wie es gerade ist. Ich mache ja auch alles immer nacheinander – das eine bringt Motivation für das andere. Mir gefällt das so. Ich gehe eh davon aus, dass so eine Karriere wie meine von außen beendet wird. Irgendwann fällt der Hammer. So oder so.

Darum geht es in der Serie „Check Check“: Der in Oldenburg geborene Moderator, Schauspieler und Sänger Klaas Heufer-Umlauf (36) spielt in der neuen Comedy-Serie „Check Check“ (ab 21. Oktober kostenlos beim Streamingdienst Joyn und 2020 – genaues Datum fehlt noch – bei Pro7) den Securitymitarbeiter Jan Rothe, der auf einem schlecht frequentierten Flughafen mitten in der Provinz arbeitet. Heufer-Umlauf, der vor allem durch seine TV-Moderationen bekannt geworden ist, ist nicht nur einer der Produzenten von „Check Check“, sondern von ihm stammt auch die eigentliche Idee zu der zehnteiligen Serie. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Von Thomas Kielhorn/RND