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Mauscheln im Fightclub: Martin Semmelrogge (l.) als Ozzy und Netschirwan Idris als Kunta. Quelle: -/Nordpolaris/dpa

“Limbo”: Geldwäsche im Fightclub

Ein Film, eine Einstellung: In “Limbo” (Kinostart: 20. Februar) wagt sich der junge Regisseur Tim Dünschede an ein gewagtes Projekt – und gewinnt.

Einen Film in einer einzigen Einstellung zu drehen erfordert immense Logistik und Planung. Alles muss sitzen. Schließlich lassen sich Fehler – etwa durch geschickte Schnitte – kaum korrigieren. Dass ein solch gewagtes Unterfangen auch mit einem geringeren Budget gelingen kann, hat Sebastian Schipper mit “Victoria” (2015) bewiesen. Mit seiner Abschlussarbeit an der Filmhochschule München versucht sich nun auch Tim Dünschede an einem One-Take-Projekt.

Der Chef wiegelt ab

Die von Drehbuchautorin Anil Kizilbuga beigesteuerte Story beginnt damit, dass Compliance-Managerin Ana (Elisa Schlott) in ihrer Firma auf finanzielle Ungereimtheiten stößt. Ihr Chef wiegelt ab. Doch Ana lässt nicht locker – und landet im illegalen Fightclub des “Wieners” (Christian Strasser), dessen Geldwäschenetzwerk der verdeckte Ermittler Carsten (Tilman Strauß) über den Kleinganoven Ozzy (Martin Semmelrogge) gerade zu infiltrieren versucht.

Regisseur Dünschede meistert noch eine zusätzliche Schwierigkeit: die Verknüpfung von Handlungssträngen, die erst später zusammenlaufen. So springt die Kamera von Holger Jungnickel, der mit “Limbo” ebenso sein Studium in München beendet hat, bei der Begegnung zweier Charaktere schon mal vom einen zum anderen.

Was die Atmosphäre im kriminellen Milieu angeht, verdient sich der Thriller Meriten. In Sachen Spannung kann er es freilich nicht mit Schippers Werk aufnehmen. Zudem müssen etliche Dialoge zu viel erklären. Gleichwohl: Dem Regisseur gebührt für sein ambitioniertes Projekt Respekt.

“Limbo”, Regie: Tim Dünschede, mit Elisa Schlott, Tilman Strauß, 89 Minuten, FSK 12