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Wim Wenders, Regisseur und Fotograf, im Kino «Moviemento» am Kottbusser Damm in Berlin-Kreuzberg. Quelle: Paul Zinken/dpa

Berlinale 2020: Deutsche Regisseure unterstützen unabhängige Kinos

Anlässlich der Berlinale sprechen sich einige prominente Regisseure für unabhängige Kinos in Deutschland aus. Eines der ältesten Kinos Deutschlands bekommt dabei besondere Unterstützung.

Berlin. Kurz vor Beginn der Berlinale haben sich prominente Filmemacher für eine Stärkung unabhängiger Kinos ausgesprochen. “Das Kino ist eine der letzten Kulturstätten, die wir haben”, sagte der Regisseur Wim Wenders am Donnerstag in Berlin. Es werfe ein schräges Licht auf den Kulturbegriff, dass etwa Theater und Orchester öffentlich gefördert und in Schulen thematisiert würden, Filmtheater aber nicht. “Kinos, die voll sind und die sich bewähren, die müssten auf eine andere Art auch unterstützt werden.”

Kino ist nicht gleich Kino

Wichtig sei es jedoch, nicht alle Kinos in einen Topf zu werfen, sagte Regisseur Tom Tywker. Betreiber kleiner Kinos achteten darauf, dass das Kinoerlebnis stimmig sei. Bei „Filmfabriken“ sei das anders. „Ich bin früher manchmal erledigt gewesen, wenn ich 40 Minuten Werbung und dann noch acht Marvel-Trailer geguckt habe, um dann den anderen Film anzuschauen, an den ich mich eigentlich gar nicht mehr erinnern konnte.“

Das älteste Kino Deutschlands steht in Berlin

Bei der Diskussionsveranstaltung setzten sich die Filmemacher speziell für das “Moviemento” in Berlin-Kreuzberg ein, eines der ältesten Kinos in Deutschland. Die Räume gehören zurzeit einem Tochterunternehmen der Deutsche Wohnen und sollen verkauft werden. Die Kinobetreiber, Iris Praefke und Wulf Sörgel, wollen die Räume kaufen, um das “Moviemento” zu erhalten. 400.000 Euro wollen sie selbst durch Eigenkapital und eine Leihgabe bereitstellen. Eine Crowdfunding-Kampagne soll weitere 1,6 Millionen Euro einbringen.

Für die Deutsche Wohnen sagte Manuela Damianakis, es gebe keinen Zeitdruck für den Verkauf. „Wir sind mit den Eigentümern im Gespräch“, bestätigte Kinobetreiberin Praefke. Die Crowdfunding-Kampagne sei über die Berlinale hinaus bis Anfang März verlängert worden. In dieser Zeit sollen auch möglichst viele Berlinale-Besucher für das Kino spenden: An den Veranstaltungsorten des Filmfestivals stehen insgesamt neun Spenden-Automaten bereit, an denen Geld für das „Moviemento“ gesammelt wird.

RND/dpa