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Mohammad Rasoulof kann nicht zur Berlinale kommen. Quelle: imago images/xim.gs/Montage RND

Reiseverbot: Iranischer Regisseur Mohammad Rasoulof darf nicht zur Berlinale

Der iranische Regisseur In Teheran ist er zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Sein Film über die Todesstrafe im Iran ist dennoch im Wettbewerb zu sehen.

Berlin. Mit leeren Plätzen kennt sich die Berlinale leider bestens aus – und damit ist jetzt nicht gemeint, dass in den Vorstellungen viele Sitze unbesetzt sind: Schon 2011 blieb beim Festival ein Stuhl demonstrativ frei. Damals durfte Regisseur Jafar Panahi (“Drei Gesichter”) nicht aus Teheran anreisen, um seine Aufgabe als Jury-Mitglied auszuüben.

Nun ist wieder einem iranischen Filmemacher der Besuch verweigert worden: Mohammad Rasoulof wird seinen neuen Film nach Angaben der Berlinale am Freitag nicht persönlich vorstellen können. Der Regisseur, der schon vor Jahren mit Panahi auf der Anklagebank saß, wird im Iran festgehalten. Seine Schauspieler dagegen seien schon in Berlin, heißt es beim Festival.

Rasoulof wegen “Gefährdung der nationalen Sicherheit” verurteilt

Im vorigen Jahre wurde Rasoulof wegen “Gefährdung der nationalen Sicherheit” und “Propaganda gegen die islamische Regierung” im Iran zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem zweijährigen Reiseverbot verurteilt. So eine Bedeutung wird dem Kino nicht überall beigemessen. Das einzige Vergehen des 48-Jährigen besteht darin, kritische Filme über sein Land zu drehen – und die dreht Rasoulof unbeeindruckt weiter.

Wie auch bei Panahi wurde die Haftstrafe bislang nicht vollzogen. Der Reisepass allerdings wurde Rasoulof, der auch in Hamburg einen Wohnsitz hat, weggenommen.

Rasoulofs aktueller Berlinale-Film: “Es gibt kein Böses”

In Rasoulofs aktuellem Berlinale-Film “Es gibt kein Böses” geht es um die Todesstrafe im Iran und die Verantwortung des Einzelnen für seine Taten auch unter totalitärer Herrschaft. Mohammad Rasoulof jedenfalls nimmt diese Verantwortung ernst.

Von Stefan Stosch/RND