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Spion und Spionin: Sophie (Chloe Coleman) und JJ (Dave Bautista) in komischer Mission. Quelle: Courtesy of STXfilms

Grobian mit gutem Herzen – Dave Bautista ist der “Spion von nebenan”

Der Ex-Wrestler und Galaxienwächter Dave Bautista spielt in “Der Spion von nebenan” (Kinostart am 12. März) einen CIA-Mann, der zum Babysitter wird. Die neunjährige Sophie will von ihm zur Minispionin ausgebildet werden. Action und Klamauk sind solide, aber Bautista ist der netteste und verlässlichste Papa Bär seit Balu in Disneys “Dschungelbuch”.

Seit dem Durchstarten bei Marvels „Guardians of the Galaxy“ wo er 2021 erneut den tumb-gutmütigen Grünling Drax spielen wird, hat es Dave Bautista zu einigem Filmruhm gebracht. Nach dem zuletzt wieder als Terminator aktiven Arnold Schwarzenegger, neben Hulk Hogan und Dwayne Johnson ist der einstige Wrestling-Superstar inzwischen der berühmteste der Muskelberge Hollywoods. Wann immer ein Grober mit gutem Herzen besetzt werden muss, schlägt Bautistas Stunde. Und so passt „Der Spion von nebenan“ wie zuvor „Stuber“ perfekt in sein Portfolio. Eine Actionkomödie.

JJ heißt er darin und ist ein ziemlich eigenwilliger Klotz beim CIA, eine Ein-Mann-Abrissbirne, deren grobschlächtige Einsätze Vater Staat allmählich in den Ruin treiben. So wird er mit der kreuzfaden Überwachung der Witwe und der Halbwaise eines ermordeten Gangsters betreut.

Sophie will auch Spionin werden

Die Behörde hofft, durch JJ und seine lispelnde Kollegin Bobbi (Kristen Schaal), Zugriff auf den Bruder des Toten (Greg Bryk) zu bekommen. Die neunjährige Sophie (Chloe Coleman) allerdings deckt die Lauscher von nebenan im Handumdrehen auf. Sie würde schweigen, aber nur, wenn man sie dafür zur Minispionin ausbildete.

Peter Segal kann Komödie – zumindest die Sorte, die Loriot- Fans Klamotte nennen. Er hat 1994 mit „Die nackte Kanone 33 1/3“ reüssiert und 2013 Robert DeNiro und Sylvester Stallone in „Zwei vom alten Schlag“ zusammen auf die Leinwand geschickt. In seinem neuesten Film beginnt er düster, um dann zu Nenas „99 Luftballons“ und einer russischen Version von Gloria Gaynors „I will survive“ schnell aufzuhellen.

Das Zusammenspiel von Kind und Koloss ist bezaubernd

Viele der Gags sind platt, manche der Plottwists aus anderen Kind-trifft-Koloss-Klamaukiaden vertraut und die Actionszenen überzeugen mal mehr, mal weniger. Womit der Film aber punktet, ist das bezaubernde Zusammenpiel zwischen Coleman und Bautista. Ein netterer und verlässlicherer Papa Bär war im Kino bislang nur Balu in Disneys Zeichentrick- „Dschungelbuch“.

„Der Spion von nebenan“, Regie: Peter Segal, mit Dave Bautista, Chloe Coleman. 99 Minuten, FSK 12

Von Matthias Halbig/RND