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Nach dem Eclat während der Echo-Verleihung fordert Peter Maffay eine neue Echo-Jury.

Peter Maffay fordert Rücktritt der Echo-Jury

Einen Echo haben die Rapper Kollegah und Farid Bang am 12. April trotz antisemitischer Verse bekommen. Die von Buhrufen begleitete Vergabe des größten deutschen Musikpreises kann nicht ungesühnt bleiben, finden Stars wie Peter Maffay. Er fordert: Die Jury muss zurücktreten. Diese reagiert, doch anders, als erwartet.

Nach der umstrittenen Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang hat der Sänger Peter Maffay den Rücktritt der Verantwortlichen gefordert. „Zur Tagesordnung jetzt überzugehen, geht nicht. Es muss eine Aufarbeitung geben“, schrieb Maffay am Montag auf seiner Facebook-Seite.

Jury will Konzept der Preisverleihung ändern

Die beiden Rapper waren bei der Echo-Verleihung vergangene Woche für einen Song ausgezeichnet worden mit den Zeilen: „„Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ und „Mache wieder mal ‚nen Holocaust, komm’ an mit dem Molotow“.

Der verantwortliche Bundesverband Musikindustrie hatte als Reaktion auf eine Protestwelle Änderungen am Konzept des Musikpreises angekündigt.

Maffay betont: Konzeptänderungen reichen nicht aus

Das reiche nicht aus, kritisierte Maffay. „Die Konsequenz aus den Vorfällen sollte sein: Die Verantwortlichen nehmen ihren Hut und an ihre Stelle treten glaubhafte Personen, die für die Zukunft die nötige Transparenz garantieren“, schrieb er.

Empörung gab es auch, weil die Ehrung für die Rapper am 12. April erfolgte: dem Tag, an dem vor allem in Israel an die knapp sechs Millionen ermordeten Juden erinnert wird.

Verleihung ist Ohrfeige für deutsches Demokratieverständnis

Die Verleihung sei gerade angesichts der deutschen Vergangenheit eine „Ohrfeige für das demokratische Verständnis in unserem Land“, so Maffay.

Zudem habe sich der Echo zu einem reinen Vermarktungsmodell entwickelt. „Es geht um Geld, um Marktanteile und um Selbstdarstellung. Die Künstler selbst sind nur noch Statisten.“

Schweizer Sängerin schreibt Beschwerdebrief an Ethik-Kommission

Die Schweizer Sängerin Sophie Hunger hat sich nach der umstrittenen Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang mit deutlichen Worten in einem Brief an den Ethik-Beirat des Echo-Musikpreises gewandt.

Die Aufgabe des Beirats sei es nicht gewesen, eine philosophische Antwort auf die Frage nach den Grenzen der Kunstfreiheit zu finden, so die Musikerin in einem offenen Brief.

Preisträger müssen Vorbilder sein

„Nein, die Frage, die es zu beantworten galt, war: Sollen Künstler, die in ihren Texten mit der Verhöhnung des Holocaust arbeiten die Möglichkeit haben den höchsten Deutschen Musikpreis zu bekommen? Die Antwort auf diese Frage hätte lauten müssen: Nein!“

Hungers Brief endet mit den Worten: „Einen Preis zu verleihen ist weit mehr als das Ertragen von gesellschaftlichen Extremen. Einen Preis zu verleihen bedeutet einer ganzen Gesellschaft und Jugend vorzuleben: Das ist richtig, das ist gut, das ist das Beste. In diesem Sinne war Ihre Entscheidung katastrophal.“

Ihr Facebook-Post wurde mehr als 2500 Mal geteilt, über 6500 Menschen gefiel er.

Von dpa/RND

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