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Kollegah und Farid Bang demonstrieren bei der 27. Preisverleihung des Deutschen Musikpreises Echo ihre Stärke.

Neues Musikvideo: Kollegah und Farid Bang rechnen mit Echo ab

„In die Unendlichkeit“ heißt der neue Song von Kollegah und Farid Bang. Im Video zertrümmern die Rapper sogar ihren Echo-Preis. Statt Einsicht ist Krawall angesagt.

Kollegah und Farid Bang melden sich zurück: Nur vier Monate haben sich die Skandal-Rapper Zeit gelassen. In der Zeit haben sie einen Echo verliehen bekommen, eine Diskussion um Antisemitismus ausgelöst – und schlussendlich wurde der Echo-Preis abgeschafft.

Die Zeile „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ aus dem Song 0815 hatte die öffentliche Debatte angestoßen. Die Rapper wurden für ihr Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“ ausgezeichnet. Dies wiederum löste eine Welle der Empörung aus. Zahlreiche Künstler gaben aus Protest ihre Echo-Preise zurück. Tote Hosen-Sänger Campino sagte schon bei der Preisverleihung, dass Provokation ein wichtiges Stilmittel sei. Wenn diese aber frauenfeindlich, homophob, rechtsextrem oder antisemitisch sei, sei eine Grenze überschritten.

Nun liefern Kollegah und Farid Bang ihre Version der Geschichte. In dem Song „In die Unendlichkeit“, der mit einem Musivideo bei Youtube veröffentlicht wurde, stilisieren sie sich zu Opfern. „Die Weste nicht weiß, die Welt unser Feind, sie wollten uns brechen und bekämpften den Hype“, singt Rapper Musiye, der auch auf dem Track zu hören ist.

Trotz statt Einsicht

Ohne viel Umschreibung kommen die Musiker direkt zum Thema: „,Ihr könnt kommen‘, meint das Echo-Jury-Team, doch haltet den Ball dafür flach, wie bei Flat-Earth-Theorien‘“, rappt Kollegah. Von Einsicht ist keine Spur: „Und heute wollen sie in diesen Zeilen Hass erkennen, doch ich schreibe weiter Lines und lasse sie brennen. Scheiß drauf, was die Masse denkt.“ Die Pose: kraftstrotzender Trotz. Am Ende des Videos fallen zwei Echo-Preise von einem Kölner Parkhausdach, nur einer zerbricht.

Nach der Preisverleihung zeigten sich die Rapper fast zurückhaltend: Sie nahmen – nach einigem Hin und Her – eine Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees an und besuchten die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Statt Buße ist bei Kollegah und Farid Bang nun aber Krawall angesagt.

Von Geraldine Oetken / RND

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