Mittwoch , 19. September 2018
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Ein Nutzer hält ein iPhone

Staaten fordern Zugang zu verschlüsselten Geräten

Neue Wendung in einem alten Streit: Die Regierungen von USA, UK, Kanada, Neuseeland und Australien haben Tech-Unternehmen aufgefordert, freiwillig Zugänge zu verschlüsselten Geräten zu schaffen. Anderenfalls würden sie andere Maßnahmen ergreifen.

Am Ende ging es dann auch ohne Apple. Das FBI hatte tagelang von dem Unternehmen den Zugriff auf das iPhone eines mutmaßlichen Terroristen verlangt. Doch Apple weigerte sich und verwies auf die Privatsphäre seiner Kunden. Dem FBI gelang es schließlich auch ohne die Hilfe von Apple, das Smartphone zu knacken. Doch der Streit um die „Hintertüren“ war damit nicht vorbei.

Die USA und vier weitere Länder haben nun die Anbieter von Dienstleistungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie aufgefordert, freiwillig gesetzmäßige Zugangsmöglichkeiten für ihre Produkte zu schaffen. Die sogenannten „Five Eyes“, eine Geheimdienstallianz der USA, dem Vereinigten Königreich, Kanada, Australien und Neuseeland, schreiben in einem Memo, die Anbieter könnten dazu selbst maßgeschneiderte Lösungen erstellen.

Freiwillig – aber nur für eine gewisse Zeit

Klar ist: Das Ganze ist eine „freundliche“ Aufforderung. Sollten die Regierungen in Zukunft weiterhin auf Hindernisse stoßen, so heißt es weiter, könne man entsprechende Maßnahmen ergreifen, um „legale Zugangsmöglichkeiten zu erreichen“.

Das würde es den Regierungen erlauben, auf verschlüsselte Daten wie zum Beispiel Nachrichten zuzugreifen. Die Staaten argumentieren, dass Privatsphäre nicht absolut sei. Schließlich dürften Behörden unter bestimmten Voraussetzungen auch Häuser oder Fahrzeuge durchsuchen. Die immer besser werdende Verschlüsselung mache es aber schwierig beispielsweise schwere Verbrechen zu bekämpfen.

Von asu/RND