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Der Hexer Geralt ist als Monsterjäger in der polnischen Sagenwelt unterwegs, wie hier beim Computerspiel zu sehen ist.

The Witcher: Netflix besetzt weibliche Hauptrollen

Der Streaming-Dienst Netflix verfilmt die Geschichte des erfolgreichen Computerspiels „The Witcher“ als Serie. Nachdem Henry Cavill als Geralt gecastet wurde, stehen nun auch die beiden weiblichen Haupdarstellerinnen fest.

Jetzt ist es raus: Schauspieler Henry Cavill hat als Hexer Geralt of Rivia seine Gefährten gefunden. Oder besser: Gefährtinnen. Denn Netflix hat nun die Darstellerinnen für die beiden weiblichen Hauptrollen der Serie „The Witcher“ gefunden, wie der Hollywood Reporter berichtet. Yennefer, Zauberin und Geliebte von Geralt, wird von Anya Chalotra, bereits aufgetreten in „The ABC Muders“ und „Wanderlust“, dargestellt.

Mit Spannung wurde die Besetzung von Ciri, der Ziehtochter von Geralt, erwartet. Denn noch vor einem Monat regte ein Leak die Fan-Gemeinde auf: Laut eines Casting-Aufrufs sollte eine dunkelhäutige Darstellerin für Ciri gefunden werden. Im Spiel, das wiederum auf den Büchern des polnischen Autors Andrzej Sapkowski basiert, hat Ciri aber blasse Haut und weiße Haare.

Und die Serien-Ciri? Freya Allan wird die Prinzessin von Cintra darstellen. Die Haut: blass. Die Haare: rötlich. Beide Schauspielerinnen sind im Gegensatz zu Henry Cavill – der als klassischer Superman über die Kinoleinwände flog – größtenteils unbekannt.

200 Frauen im Cast – für eine Rolle bei „The Witcher“

Wie kam es zur Besetzung? Showrunner Lauren Schmidt Hissrich, die auch für „Daredevil“ und „The Defenders“ im Hause Netflix verantwortlich war, beschreibt im Interview mit dem Hollywood Reporter den Casting-Prozess bei Ciri: „Wir haben uns über 200 junge Frauen aus ganz Europa angesehen und sahen wirklich eine großartige Gruppe von Mädchen. Freya stellte sich ursprünglich für eine andere Rolle vor. Ich bin extra nach London gereist, um sie persönlich zu treffen.“

Sie habe sofort gewusst, dass sie als Ciri perfekt sei. Der Casting-Aufruf für eine nicht-weiße Schauspielerin für Ciri, der einige Fans in Aufruhr brachte, sei einer von vielen gewesen, weil sie eine größtmögliche Auswahl für das Casting haben wollte. Das Team habe bei der Besetzung weder konkret nach Filmstars wie Henry Cavill Ausschau gehalten, noch nach unbekannten Gesichtern. „Wir suchen nach den besten Schauspielern für diese Rollen. Punkt“.

Gleichzeitig wolle sie den Fans zu verstehen geben, dass sie nicht versuche, der Geschichte ihren Stempel aufzudrücken und eine weibliche oder amerikanische Version daraus zu machen. „Eines der Dinge, die mir am meisten am Herzen liegen, sind Leute, die befürchten, dass wir den kulturellen Kontext von ’The Witcher’ aus dem Weg räumen, um seine slawischen Wurzeln zu beseitigen, auf die die Menschen in Polen stolz sind. Das könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Schon immer wollte ich diese slawischen Geschichten nehmen und ihnen ein globales Publikum geben“, so Hissrich. Die Handlung von „The Witcher“ ist in die polnische Sagenwelt eingebettet.

Hissrich hat eine Menge Material als Vorlage: Zehn Bücher mit Kurzgeschichten und Romanen und drei Computerspiele sollen in acht Episoden der Serie passen. Momentan orientiere sich Hissrich eher an den Büchern als an der Ästhetik des Videospiels. „Die Videospiele sind zur Zeit die einzige visuelle Darstellung dieser Geschichten, und wir müssen erst einmal unsere eigene Ästhetik finden.“ Seitdem sie an der Serie mitarbeitet, hat sie sogar aufgehört, die Witcher-Spiele zu spielen – sie wolle sichergehen, dass sie ihr eigenes Ding mache.

Von Geraldine Oetken / RND