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Rachael Ancheril (l-r) als Leutnant Nhan, Sonequa Martin-Green als Michael Burnham, Anson Mount als Captain Pike, David Benjamin Tomlinson als Linus, Doug Jones als Saru und Sean Connolly Affleck als Leutnant Connolly in einer Szene der 13-teiligen Serie „Star Trek: Discovery II“.

Star Trek: Discovery: „Ein Leuchtturm in dunklen Zeiten“

Die zweite Staffel von „Star Trek: Discovery“ startet an diesem Freitag bei Netflix. Science-Fiction-Autor Torsten Dewi und Facebook-Nutzer haben davor noch einmal die erste Staffel diskutiert.

Am 18. Januar geht die Serie „Star Trek: Discovery“ bei Netflix in die zweite Runde. Die erste Staffel kam bei den Zuschauern unterschiedlich an – von ekstatischer Begeisterung bis hin zu vernichtender Ablehnung. Auf der Facebookseite des RND unterhielten wir uns darüber mit dem Science-Fiction-Experten Torsten Dewi. Hier ist die Diskussion als Zusammenfassung.

Mit Leib und Seele ist Torsten Dewi Science-Fiction-Fan, wie er erzählt – und seine Vita unterstreicht diese Selbsteinschätzung: Er hat diverse Drehbücher geschrieben (unter anderem „Apokalypse Eis“ für RTL, „Sumuru – Planet der Frauen“ für RTL2 und „Lost City Raiders“ für Pro7). Außerdem entwickelte er für Pro7 Ideen für Filme und hatte einen Science-Fiction-TV-Guide herausgegeben.

Warum der Chef auch Hauptfigur sein muss

Torsten Dewi hat bislang nur die erste Staffel von „Star Trek: Discovery“ gesehen. Eher zu seinem Leidwesen: „Die Probleme liegen in meinen Augen primär im Konzept“, kritisiert er die Serie. „Michael Burnham ist die erste Hauptfigur einer Trek-Serie, die nicht Captain oder Commander ist.“ Das führe dazu, dass sie die großen Entscheidungen nicht zu treffen habe, dass sie oft genug nur Zuschauer oder Nebenrolle sei. „Es gibt einen Grund, warum in Arztserien der Chefarzt und in Krimiserien der Kommissar im Mittelpunkt steht.“

Ein weiteres Problem sei es, dass nicht – wie in den vorherigen Star-Trek-Serien – die Gemeinschaft der Figuren im Vordergrund stehe, „ihr Zusammenhalt, ihre Loyalität“. „Abgesehen von ein paar Einzelbeziehungen gibt es das bei Discovery nicht“, sagt der Science-Fiction-Experte. „Die Crew ist kein Team.“

Dewi kritisiert weiter: „Ich kenne nach der ersten Staffel immer noch nicht alle Namen der Brücken-Crew. Fernsehen funktioniert nicht über Schauwerte, sondern über emotionale Bindung. Und da hakt es bisher.“

Torsten Devi: Zurück zur Nostalgie!

Trotzdem freut sich Torsten Dewi auf die zweite Staffel von „Discovery“, weil anscheinend der nostalgische Faktor zurückkehrt. Spock kommt auf die „Discovery“ als auch Christopher Pike, der Vorgänger von Captain James T. Kirk. Das erzählt Dewi in dem Podcast „Nostalgeeks – Ein Podcast alter Männer“, in dem er sich mit Dia Westerteicher unterhält, dem Chefredakteur von „Evil Ed“ – nach eigenen Angaben das älteste deutsche Fanzine, das sich dem phantastischen Film widmet.

Mehr zum Thema: Die Kritik zur zweiten Staffel von „Star Trek: Discovery“

Der RND-Redakteur Matthias Halbig hat bereits die neue Staffel rezensiert – und war begeistert: „Die zweite Staffel – nicht minder spannend – ist weicher, witziger, vertrauter geraten“, schreibt er.

Haben die Macher der Serie also gemerkt, dass sie mit der ersten Staffel etwas zu düster geworden sind, dass sie sich zu weit vom altbekannten Star-Trek-Kosmos entfernt haben? Wird es in der zweiten Staffel wieder so wie früher?

„Ich will es nicht ‚wie früher‘ haben“, sagt Torsten Dewi dem RND. „Ich hätte nur gerne wieder das, wofür Star Trek steht.“ Eine positive Weltsicht, sympathische Figuren, klare Autoritäten, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Und hofft auf die zweite Staffel. RND-Redakteur Matthias Halbig unterstreicht diese Hoffnung: „Man mag diese Crew“, schreibt er in seiner Kritik.

Das sagen die Fans zu „Star Trek: Discovery“

„Als Star-Trek-Fan tat es schon weh“, schreibt unser Leser Dennis Maciuszek. „Es war mir zu grausam, zu dystopisch und viel zu oft zu unglaubwürdig.“ Der Leser Ferdinand Fröhlich ergänzt: „Star Trek hat immer gegen die Dystopie angekämpft. Das hätte ich auch gern weiterhin.“ Auch Torsten Dewi findet, dass „Star Trek“ „in dunkler Zeit ein Leuchtturm“ sein sollte.

Karsten Henow ist zwiegespalten: Einerseits hat er sich von der ersten Staffel gut unterhalten gefühlt, andererseits hätten ihm manche Dinge Kopfweh verursacht. Einen Handlungsstrang, in dem es um den Antrieb der „Discovery“ ging, fand er seltsam. „Dennoch freue ich mich auf die zweite Staffel“, schreibt er. „Vielleicht bin ich unbelehrbar.“

Ferdinand Fröhlich fand, dass die Pilotfolge „voll für die Tonne“ gewesen sei – „wie so oft bei Star Trek.“ „Der Rest war schönes Popcornkino, aber nicht so der Reißer“, schreibt er.

Unserem Leser Markus Wolf hat „Discovery“ bisher recht gut gefallen, wie er schreibt. Besonders gut fand er, dass sie anders war als die üblichen Star Trek-Serien. Er empfand sie als spannend und überraschend und mit vielen Science-Fiction-Elementen.

Von Till Frommann/RND