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Zeche Zollern in Dortmund.

„Tatort“ – Wenn die Zeche Häuser schluckt

„Zorn“ hieß der Dortmunder „Tatort“ (20. Januar, 20.15 Uhr, ARD). Das Krimi-Phänomen von Häusern, die durch den Bergbau gefährdet wurden, ist auch in der Wirklichkeit bekannt. Ein spektakulärer Fall ereignete sich vor 19 Jahren in Bochum.

In der alten Zechensiedlung, in der der aktuelle Dortmunder-„Tatort“ spielt, schwelt ein Streit, der im Film sogar mörderische Folgen hat.

Viele der Häuser im Krimi stehen auf Stollen oder Schächten – teilweise sind diese sogar illegal – und drohen nun einzustürzen. Pro gefährdetem Haus hat der Rechtsnachfolger der ehemaligen Zecheneigentümer den Betroffenen zwar eine Entschädigung angeboten, die aus deren Sicht aber viel zu niedrig ist. Und dieser fiktive Fall ist auch in der Wirklichkeit nichts Ungewöhnliches, führt aber zum Glück nicht wie im Krimi immer gleich zu Mord und Totschlag.

Bohrungen sollen die Lage der Schächte und Stollen aufdecken

Jahrhundertelang ist in Nordrhein-Westfalen Bergbau betrieben worden mit der Folge, dass der Boden oft instabil geworden ist. Insgesamt soll es 60 000 Schächte und Stollen geben, allerdings ist davon nur die Hälfte bekannt. Was sich nun durch zehntausende Bohrungen ändern soll.

Jedenfalls sackt in den betroffenen Gebieten oft die Erde weg. Zum Glück bleibt es meist bei kleinen Löchern. Ein spektakulärer Fall ereignete sich aber vor 19 Jahren in Bochum.

Garagen und Häuser sackten in Bochum 15 Meter ab

In Bochum-Höntrop tat sich kurz nach Neujahr 2000 die Erde plötzlich auf. In einem großen Loch von 20 Metern Durchmessern und 15 Meter Tiefe verschwanden regelrecht zwei Garagen, Bäume und ein Auto. Wie durch ein Wunder blieben am Rand die Häuser stehen. Als die Rettungskräfte erschienen, tat sich ein zweiter Krater auf. Und die Anwohner hatten für immer ihre Häuser verloren. Schuld war ein alter Schacht, der fehlerhaft zugeschüttet worden war und dann mit der Zeit brüchig wurde.

Von Ernst Corinth / RND