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Die Tristesse in Dortmund im „Tatort“ ist dem Dortmunder Oberbürgermeister zu überzeichnet.

Dortmunder Oberbürgermeister: „Tatort“ ist Mobbing gegenüber der Stadt

Der „Tatort“ vom vergangenen Sonntag ist Mobbing gegenüber der Stadt Dortmund, findet der Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Er findet in einem Brief an den WDR deutliche Worte.

Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat die jüngste „Tatort“-Ausgabe „Zorn“ als klischeehaft und als „Mobbing“ gegenüber Stadt und Bewohnern kritisiert. In einem Brief an WDR-Intendanten Tom Buhrow schrieb der SPD-Politiker, auch ein Krimi-Drehbuch müsse „ein Mindestmaß an Bezug zur Realität vorweisen“. Aber: „Es ist eine plumpe Darstellung ohne jedwede regionalen Kenntnisse.“ Eine Sprecherin des Senders bestätigte am Dienstag den Eingang des Schreibens, das die Stadt am Vorabend auch an die Medien verschickt hatte. Der WDR wollte eine Stellungnahme prüfen.

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Vorwurf: Region wird zur Lächerlichkeit

Sierau monierte, über die Handlungsorte Dortmund und Marl und die gesamte Region sei ein nicht zutreffendes Bild vermittelt worden. Der Strukturwandel werde ausgeblendet. „Die Macher dieser Folge geben die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis, indem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen lassen.“ Der WDR disqualifiziere auch „sich selbst als produzierender Sender“. Gedreht worden sei der Film zudem in Duisburg.

Die Dortmunder „Tatort“-Kommissare Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Bönisch (Anna Schudt) ermitteln in „Zorn“ den Mord an einem früheren Bergmann. Durchschnittlich 9,22 Millionen Zuschauer hatten die Folge am Sonntag im Ersten verfolgt.

Von dpa/RND