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Dschungelprüfung „Graus am See“: Mit dem Boot um den Hals schwimmt Peter Orloff mühsam zu einer Box, in der sich grüne Ameisen und ein Stern befinden.

Dschungelcamp, Tag 12: Muskelduo in der Midlife-Krise

Das Dschungelcamp droht zunehmend zum Trockendock zu werden, nachdem Gisele ihre Tränenbäche nicht mehr vergießen kann. Sie sitzt nun im „Versace“-Hotel und denkt über ein Buch zum Camp nach. Titelvorschlag: „Eine Träne auf Reisen“.

Dass Gisele, die Heulsuse aus Braunschweig, am Dienstag bester Laune beim Verlassen des Dschungelcamps war, ist ein weiterer Beleg dafür, wie präzise auf die Kameras zugeschnitten ihre Tränenausbrüche waren. Eigentlich hat sie die perfekte Show abgeliefert. Auch beim Auszug. „Ich mag mich, ich liebe mich – das ist ja das wichtige“. Kaum raus aus dem Kamerazoo, mutiert die Grazie aus Niedersachsen zum Gute-Laune-Koala.

Nun liegen alle Hoffnungen auf Evelyn und ihrer dramatischen Abrechnung mit den Testosteron-Twins Bastian und Chris. Schluss mit „Miracle Morning“ nach der Nacht der Wahrheit. Doch wieder ein Grund für Tränchen. Und zum Glück schließt ja auch Doreen die Drüsen-Lücke und fängt an zu schluchzen. Warum? Unter anderem, weil sie Angst hat, heraus gewählt zu werden und „meine Familie“ im Camp zurückzulassen. Und dann, weil sie doch drin bleibt. Fragt sich nur noch – Achtung, Originalzitat: „Wo ist Felix?“ „Im Arsch“.

Das Muskelduo in der Midlife-Krise nervt mittlerweile gewaltig

Ach Gottchen, der Yotta – niemals habe er zuvor das „Dschungelcamp“ gesehen, versichert er so treuherzig wie unglaubwürdig. „Aber jetzt, jetzt liebe ich dieses Format“. Wir finden es übrigens auch ganz gut – und diese Staffel zunehmend besser. Denn mit dem Make-up zerbröseln nach und nach auch die Masken. Und die „scripted reality“ zwischen Yotta und dem Currywurst-Mann ist so authentisch wie die nächtlichen Flüsterbekenntnisse. Wobei: Das größte Würstchen ist und bleibt Chris, der seine Denunzianten-Rolle mit einer solchen Überdosierung Pathos spielt, dass man nur noch verschämt schmunzeln kann über eine derartige Knallchargen-Rolle. Aber bei der Geschäftsleitung von RTL will er sich beschweren, sobald er draußen ist.

Weswegen eigentlich? Weil er mit Lieblingsfeind Yotta auf Nacht-Schatzsuche musste? Oder weil ihm seine Rolle als Unsympath zu lebensnah scheint? Wir wissen es nicht – und wollen es eigentlich auch gar nicht wissen: Nur eins ist klar. Das Muskelduo in der Midlife-Krise nervt mittlerweile gewaltig. Immerhin, seinen sympathie-nächsten Moment hatte der homophobe Chris bei seinem kleinlauten Bekenntnis: „Ich brauche mein Haargel und den Ansatzfärber.“ Die braucht Leila noch nicht – schon gar nicht, da sie raus gewählt wurde. Schade.

„Graus am See“: Peter Orloff holt drei Sterne

Dagegen macht es doch beinahe schon gute Laune, Bob-Hase Sandra beim fröhlichen Anus-Verzehr zuzuschauen. Obwohl, man kann es nicht oft genug sagen, die jährlich wiederkehrenden Würgetests und das Wühlen in Schlachtabfällen nerven auch. In jedem Camp die gleiche Leier – um Kakerlaken und Känguru-Hoden.

Natürlich musste auch der jäh vergreiste Lilalaune-Bär Peter Orloff einmal Schweine-Vagina verkosten. Keiner Rede wert eigentlich, ganz normale Dschungelkost. Erwähnenswert ist eher, dass er bei der Prüfung „Graus am See“ drei Sterne holte. Obwohl er sich als erster und höchstwahrscheinlich auch letzter Kandidat „ever, ever, ever“ blutige Hände holte, weil die Sterne scharfe Kanten haben. Und auch bei ihm Tränen der Rührung – natürlich über sich selbst … Ohne Worte.

Von Daniel Killy/RND