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Julia Roberts als Heidi und Stephan James als Walter Cruz in einer Szene der Amazon-Serie „Homecoming“.

„Homecoming“: Amazon-Serie mit Julia Roberts erstmals in deutscher Fassung

Traumatische Erlebnisse sind nie einfach zu verarbeiten – das gilt für Soldaten in Kriegsgebieten besonders. Eine Amazon-Serie mit Filmstar Julia Roberts erzählt davon.

Unfälle, Krankheiten oder gar Kriege können Menschen verstören oder traumatisiert zurücklassen. Um Soldaten, die nach der Rückkehr von Kriegseinsätzen unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden, geht es in der Serie „Homecoming“ mit Hollywoodstar Julia Roberts (51) in der Hauptrolle. Amazon Prime Video zeigt von Freitag (22. Februar) an die zehn Folgen erstmals in deutscher Fassung.

Grausame Geschehnisse und ein Nervenzusammenbruch

Heidi Bergman (Roberts) ist Sachbearbeiterin des „Homecoming Transitional Support Centers“ in Tampa im US-Bundesstaat Florida, einer Einrichtung für Soldaten, die nach ihrem Kriegseinsatz wieder in das zivile Leben eingegliedert werden sollen. Zu ihnen gehört Walter Cruz (großartig: Stephan James) – vor allem durch seine Schilderung von erlebten, grausamen Geschehnissen erleidet Heidi fast einen Nervenzusammenbruch.

Sie wirft ihren Job hin, arbeitet künftig in einer kleinen Hafenstadt im Diner „Fat Morgan’s“ als Kellnerin und verbringt Zeit mit ihrer Mutter (Sissy Spacek). Heidi verfügt über viele persönliche Informationen – und so melden sich schon bald ihr Ex-Chef Colin Belfast (Bobby Cannavale) und ein Prüfer des Verteidigungsministeriums (Shea Whighman) bei ihr. Doch seltsamerweise vermag sie sich nicht mehr an irgendwelche Personen oder Details aus ihrem Job zu erinnern.

Serie spielt auf zwei Ebenen

Die Serie spielt über zwei Ebenen – zunächst im Heute, wo Heidi in einem schönen, aber ziemlich dunklen Büro sitzt, mit einem kleinen Aquarium mit Fischen im Rücken, was wohl beruhigend auf die Ex-Soldaten wirken soll, die vor ihr Platz nehmen. Sie glaubt an die Empfehlungen, die sie den jungen Männern gibt, die sich ihr anvertraut haben. Sie wirkt zugewandt, hört geduldig zu, stellt einfühlsame Fragen und kann hin und wieder sogar lachen.

Die zweite Ebene setzt im Jahr 2022 ein, diese Szenen sieht der Zuschauer im schmaleren Handy-Format. Von der einstigen Heidi ist da nicht mehr viel übrig, sie wirkt um Jahre gealtert und völlig verhärmt – und ihren Freund hat sie schon längst verlassen.

Keine störenden Nebenhandlungen

Roberts („Erin Brockovich“, „Ben Is Back“) trägt ganz allein die eindrucksvolle Serie, die zunächst mal ein Podcast war und von Eli Horowitz und Micah Bloomberg stammt; Regie führt Sam Esmail („Mr. Robot“). Die Filmtöne sind in diffusen, unecht wirkenden Brauntönen gehalten, es wird viel telefoniert (dann gerne mit einem geteilten Bildschirm), Musik ist sparsam eingesetzt, die Kamera macht lange Fahrten, Gewalt- und Sexszenen gibt es ebenso wenig wie störende Nebenhandlungen.

Roberts ist in nahezu jeder Szene präsent und spielt sehr glaubhaft eine Frau, die sich erst spät all dem zu stellen versucht, was der Job mit und aus ihr gemacht hat. Vor allem aber mit den Soldaten, die von ihren Traumata befreit werden sollten – und in der realen Alltagswelt gleich in die nächsten fallen.

Von RND / dpa