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Wird eine Zwei-Faktor-Authentifizierung angeboten, sollte man sie nutzen.

Zwei-Faktor-Authentifizierung: Deutsche Online-Services hinken hinterher

Wer seine Daten schützen will, sollte nicht alleine auf ein Passwort vertrauen. Stiftung Warentest hat deshalb untersucht, wie viele Online-Dienste eine Zwei-Faktor-Authentifizierung anbieten. Deutsche Online-Dienste wie Zalando, Otto, GMX oder Web.de fallen dabei negativ auf.

Ein gutes Passwort ist wichtig. Doch ein Passwort alleine garantiert keine absolute Sicherheit. Denn sie können in fremde Hände gelangen, können erraten, gehackt oder weitergegeben werden. Wenn Nutzer dann ein und dasselbe Passwort für mehrere Dienste verwenden, ist der Schaden besonders groß. Experten raten deshalb zur sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).

Lesen Sie hier: So sieht ein sicheres Passwort aus

Am häufigsten funktioniert das mittels SMS. Dazu hinterlegt man bei einem Online-Dienst seine Telefonnummer. Loggt man sich dann in den Dienst ein, wird eine SMS mit einem weiteren Code auf das Handy geschickt. Erst wenn man auch diesen – oftmals innerhalb einer gewissen Zeit – eingegeben hat, kann man auf das Online-Konto zugreifen.

Das heißt: Selbst wenn ein Nutzer beispielsweise auf einen Phishing-Versuch hineingefallen ist und sein Passwort herausgegeben hat, können die Betrüger nicht auf sein Konto zugreifen. Darüber hinaus gibt es weitere 2FA-Möglichkeiten zum Beispiel via E-Mail, USB-Sicherheitsschlüssel oder Anruf.

Immer mehr Dienste bieten Zwei-Faktor-Authentifizierung an

Tatsächlich bieten immer mehr Online-Dienste – von Amazon bis Youtube – inzwischen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung an. Das hat die Stiftung Warentest getestet. Von 45 untersuchten Diensten (aus den Bereichen Social Media, E-Mail, Bezahldienste, Online-Shops, Cloud-Dienste, Passwort-Tresore und Login-Dienste) boten 34 ein 2FA-Verfahren an. Im April 2017 waren es von 42 Internet-Services nur 15.

Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung bieten zum Beispiel große Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram, Youtube oder Twitter an. Aber auch Email-Dienste wie Gmail oder Bezahldienste wie Amazon Pay oder Paypal haben eine 2FA-Option. Bei den untersuchten Online Shops waren es Amazon und Ebay.

Deutsche Dienste bei 2FA hinken hinterher

Doch auch wenn immer mehr Dienste Zwei-Faktor-Authentifizierung anbieten: Deutsche Dienste fallen hier zurück. „Bedauerlicher­weise bieten viele große deutsche Online­dienste wie GMX, T-Online und Web.de ihren Kunden noch immer nicht diese Möglich­keit der Authentifikation an“, urteilt Stiftung Warentest. Auch die Online-Shops von Zalando oder Otto haben keine 2FA-Option.

Von RND/asu