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Nicht immer eitel Sonnenschein: (von links) Kida Khodr Ramadan als Ali „Toni“ Hamady in „4 Blocks“, Nicole Kidman als Celeste Wright in „Big Little Lies“ und Sascha Hehn als Victor Burger in „Das Traumschiff“ (von 1981 bis 1987 als Chefsteward, 1987 bis 1991 als Erster Offizier, 2014 bis 2019 als Kapitän).

Serientipps von der Südsee bis zur Sonnenallee

O Captain, my Captain: „Traumschiff“, „4 Blocks“ und „Big Little Lies“. Diese Serien bringen einen sicher durch den Sommer.

Der Serien-Hit: „Big Little Lies“

Hannover. Gerade erst feierte HBO in den USA das Finale der zweiten Staffel, schon sind auch in Deutschland die mysteriösen Geschichten um Jane Chapman, Madeline Mackenzie und Celeste Wright bester Bürogesprächsstoff. Die „Süddeutsche“ bezeichnete „Big Little Lies“ als „düstere Seifenoper“. Treffender kann man es kaum beschreiben. Demütigungen, Lügen und Intrigen sind in dem kalifornischen Städtchen Monterey an der Tagesordnung. Kinder werden zu Opfern, Ehefrauen zu Mörderinnen. Dass es einen Toten geben wird, weiß der Zuschauer von Beginn an. Nur wer am Ende von Staffel eins das Zeitliche segnen wird, damit ist man sieben Folgen lang auf sich allein gestellt. Mindestens ebenso gut wie die Story liest sich die Besetzung. Neben Reese Witherspoon (Madeleine) und Nicole Kidman (Celeste) spielen Shailene Woodley (Jane) und Zoe Kravitz (Bonnie) in Hauptrollen mit. In der zweiten Staffel dann ergänzt eine phänomenal bösartige Meryl Streep den Cast. Ob es eine dritte Staffel geben wird, steht derzeit noch in den Sternen, immerhin soll Kidman sich eine gewünscht haben, heißt es.

„Big Little Lies“ ist streambar bei Sky.

Der Serien-Geheimtipp: „4 Blocks“

Toni Hamady hat sie alle im Griff: die Armenier, die Familie und natürlich auch die Drogendealer an der Sonnenallee. Denn dort spielt seit zwei Staffeln „4 Blocks“. Ein Gangsterepos, das die Geschichte des arabischen Familienclans Hamady erzählt. Die erste Staffel lief 2017, gerade ist die zweite Staffel ausgestrahlt worden. Die dritte wird derzeit gedreht. Einhellige Meinung der Kritiker: „4 Blocks“ ist bester Stoff. Das Außergewöhnliche und Faszinierende ist aber vor allem die Innensicht, die die Serie bietet. Hier wird nicht knallhart in der Polizeistube ermittelt, sondern Clanchef Hamady schlägt teilweise knallhart zu. Die drei Drehbuchautoren Hanno Hackfort, Richard Kropf und Bob Konrad liefern einen Blick hinter die Kulissen des organisierten Verbrechens und spielen so geschickt mit Fiktion und Wirklichkeit, dass die Polizei Berlin mittlerweile darüber klagt, Jugendliche würden zunehmend ihren Serienhelden aus „4 Blocks“ nacheifern.

„4 Blocks“ ist streambar bei Amazon Prime.

Der Serien-Klassiker: „Das Traumschiff“

Es gibt wohl kaum einen Medienkritiker, der sich noch nicht am „Traumschiff“ abgearbeitet hat. Immerhin dümpelt das Superschiff der deutschen Fernsehunterhaltung seit dem 22. November 1981 durch das ZDF. Trivial und aus der Zeit gefallen sei das Kreuzfahrtmelodram. Doch Klimakrise hin oder her, wenn sich Deutschland kollektiv in die Südsee träumen will, dann werden im ZDF seit 38 Jahren die Wunderkerzen für das Kapitänsdinner angezündet. Der Erfolg gibt den Machern auf dem Lerchenberg recht. Selbst als Sascha Hehn von Bord ging, schalteten bei der nächsten Folge 5,13 Millionen Zuschauer ein. Der Klassiker zieht immer noch. Der Sender erklärt den Erfolg gerne mit der „Qualität der Hochglanzproduktion“. Dabei ist es in Wahrheit so viel einfacher. Wenn Harald Schmidt als Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle sich um das Wohl der Passagiere kümmert und zum nächsten Mal Florian Silbereisen als Kapitän die „Ameda“ über die sieben Weltmeere lenkt, ist der zweite Weihnachtstag perfekt. Kein Verdauungsschnaps wirkt besser als die schlicht angelegte Handlung einer „Traumschiff“-Folge. Denn seit Mitte der Neunzigerjahre ein festes Sendeschema eingeführt wurde, heißt es jeweils am Neujahrsabend und am zweiten Weihnachtsfeiertag um 20.15 Uhr: Volle Fahrt voraus.

„Das Traumschiff“ im ZDF und als DVD erhältlich.

Von Nora Lysk/RND