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Verletzen Facebook und Google mit dem Sammeln von Daten unsere Menschenrechte? Quelle: William Hook/Unsplash

Überwachung durch Google und Facebook: Amnesty International wittert Menschenrechtsverletzung

Unternehmen wie Facebook und Google sammeln von ihren Nutzern Unmengen von Daten. Für ihren nachlässigen Umgang mit Datenschutz standen sie schon häufiger in der Kritik. Nun schaltet sich auch Amnesty International ein – und fordert die Politik zum Handeln auf.

Berlin. Amnesty International sieht im Geschäftsmodell von Google und Facebook eine Gefahr für Menschenrechte und fordert EU und Bundesregierung zum Handeln auf. „Genauso wie Regierungen die Rechte der Bevölkerung auf Nahrung, Kleidung und Unterkunft zu gewährleisten haben, sind sie auch hier gefragt, dem unkontrollierten Überwachungskapitalismus ein Ende zu setzen“, erklärte der Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, Markus N. Beeko, zur Veröffentlichung eines Berichts der Organisation am Donnerstag.

Nutzer müssen zu viele Daten offenlegen

Google und Facebook kontrollierten die wichtigsten Kanäle, über die Milliarden Menschen das Internet nutzten, argumentiert Amnesty International. Zu Facebook gehören auch die Chatdienste WhatsApp und Messenger sowie die Fotoplattform Instagram. Teil von Google ist auch die Videoplattform YouTube – außerdem wird bei dem Internetkonzern das dominierende Smartphone-System Android entwickelt.

Amnesty International sieht unter anderem ein Problem darin, dass Menschen für die Nutzung von Facebook- und Google-Diensten den Zugriff auf ihre Daten öffnen müssten. Das Geschäftsmodell der Konzerne basiere auf „allgegenwärtiger Überwachung“, hieß es in dem Bericht der Organisation. „In einem ersten Schritt sollten die Gesetzgeber es Unternehmen untersagen, den Zugang zu ihren Diensten davon abhängig zu machen, ob die Nutzer der Sammlung und Nutzung ihrer persönlichen Informationen zu Werbezwecken „zustimmen““, forderte Beeko.

Amnesty International sieht Meinungsfreiheit in Gefahr

Google und Facebook setzten die erhaltenen Nutzer-Daten ein, um mit Hilfe von Algorithmen „Ergebnisse im Interesse der Unternehmen zu erzielen“, kritisierte Amnesty International. Das könne die Personalisierung von Werbung sein oder Verhaltensanreize, die Menschen bei den Diensten hielten. Diese Algorithmen könnten als Nebeneffekt die Meinungsfreiheit beeinträchtigen und zu Diskriminierung führen, warnte die Menschenrechtsorganisation.

RND/dpa