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Vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes kann die Geldstrafe für Unternehmen bei Verstößen gegen die DSGVO ausmachen. Quelle: dpa

Datenschutz-Verstoß: Behörde brummt Internetunternehmen 1&1 Geldbuße auf

Fast zehn Millionen Euro muss der Mobilfunk-Konzern 1&1 Drillisch zahlen. Der Vorwurf: Persönliche Kundendaten seien nicht ausreichend geschützt worden. Dabei sei Datenschutz ein Grundrecht, betont eine Bundesbehörde.

Bonn/Montabaur/Maintal. Wegen Datenschutz-Verstößen bittet eine Bundesbehörde den Mobilfunk- und Festnetzkonzern 1&1 Drillisch kräftig zur Kasse. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Ulrich Kelber (SPD), verhängte gegen die zum Konzern gehörende Firma 1&1 Telecom GmbH eine Geldbuße von rund 9,6 Millionen Euro, wie die Behörde am Montag in Bonn mitteilte.

Aus ihrer Sicht hatte sich die Firma in ihrer Arbeitsstruktur nicht ausreichend geschützt, um Dritten den Zugriff auf persönliche Kundendaten zu verwehren – diesen systematischen Verstoß belegte die Behörde mit der Geldbuße. In einem Fall rief eine Frau 2018 bei der Hotline an und bekam die Handynummer ihres Ex-Mannes heraus, den sie gestalkt hatte – nur indem sie dessen Namen und Geburtsdatum nannte.

Geldbuße als Zeichen gegen Missachtung der Grundrechte

Datenschutz sei Grundrechtsschutz, sagte Kelber. Die Geldbuße sei „ein klares Zeichen, dass wir diesen Grundrechtsschutz durchsetzen werden“. Er verwies darauf, dass die Geldbuße höher hätte ausfallen können, die Firma habe sich aber einsichtig gezeigt und ihre Arbeitsweise in einem ersten Schritt verbessert. In einem zweiten Schritt ist ein neues Authentifizierungsverfahren in Arbeit.

Die 1&1 Telecom GmbH will gegen den Bußgeldbescheid klagen – dieser sei „absolut unverhältnismäßig“, erklärte die Datenschutzbeauftragte von 1&1, Julia Zirfas. Aus Sicht von 1&1 sei das Bußgeldschwert auf der Grundlage der Datenschutz-Grundverordnung DSGVO zu scharf – es könnten „kleinste Abweichungen riesige Geldbußen zur Folgen haben“, sagte Zirfas.

1&1 Drillisch hat seine Zentrale im hessischen Maintal bei Frankfurt. Die Firma gehört zum Konzern United Internet aus Montabaur in Rheinland-Pfalz, der auch Webseiten wie gmx.de und web.de betreibt. Firmenchef ist Ralph Dommermuth.

RND/ dpa