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Das Logo an der Ebay-Zentrale in Kleinmachnow. Quelle: Alina Novopashina/dpa

So bekämpft Ebay-Kleinanzeigen Betrüger auf seiner Plattform

37 Millionen Artikel werden auf Ebay-Kleinanzeigen im Schnitt zum Verkauf angeboten. Doch neben normalen Verkäufern tummeln sich auch Betrüger auf der Plattform. Ein Sicherheitsexperte erklärt, wie Ebay-Kleinanzeigen gegen sie vorgeht.

Potsdam. Auf Ebay-Kleinanzeigen gibt es alles. Aber nicht alles ist echt. Denn auf der Seite sind neben Menschen, die etwa ihre Gartenstühle oder Fahrräder loswerden wollen, auch Betrüger aktiv. Gerade in der Vorweihnachtszeit steige die Zahl der Betrugsfälle zum Beispiel beim Handel mit Lego oder Spielzeug allgemein, erklärt Ebay-Sicherheitsexperte Sebastian Behncke von der Zentrale in Kleinmachnow im Interview mit der „Märkischen Allgemeinen“.

Um Betrugsfälle aufzudecken, überprüfen die Betrugsermittler von Ebay-Kleinanzeigen zum Beispiel anhand der IP-Adressen des Computers, woher eine Anzeige kommt. „Ebenso können wir prüfen, ob eine hinterlegte Telefonnummer oder andere Merkmale auch bei anderen Nutzerkonten zu finden sind“, sagt Behncke. Einerseits reagiert die Plattform dabei auf Meldungen aus der Gemeinschaft, andererseits wird Ebay-Kleinanzeigen auch selbst tätig und überprüft Anzeigen im Voraus. „Preis und Schlagworte etwa werden automatisch überprüft. Wenn etwas auffällt, schaut sich das ein Mensch an“, sagt Behncke.

Wenn ein Betrug festgestellt wird, dann werde das Nutzerkonto gesperrt, erklärt Behncke. „Das passiert im Verhältnis zur Gesamtanzahl aller Nutzerkonten eher selten.“ Betroffene Nutzer erhalten dann einen Hinweis, dass ihr Handelspartner gesperrt wurde.

Preis ist ein entscheidender Hinweis auf Betrug

Bei Ebay-Kleinanzeigen arbeiten laut Behncke Hunderte Menschen, die sich die einzelnen Anzeigen anschauen, sich mit Betrugsfällen oder auch Kundenanfragen beschäftigen. „Wir haben Kollegen, die Ihnen nachts um zwei wie aus der Pistole geschossen den aktuellen Preis des iPhone 11 in Silber nennen. Das ist wichtig, denn der Preis kann ein entscheidender Hinweis darauf sein, ob ein Angebot seriös ist oder nicht“, sagt Behncke.

Etwa jede 50. Anzeige werde gelöscht – jedoch vor allem wegen Verstößen gegen die Richtlinien. Bei rund 37 Millionen Anzeigen, die ständig auf der Seite sind, erreichen Ebay-Kleinanzeigen im Monat etwa 8000 Schadensmeldungen. „In diesen Meldungen verstecken sich aber auch Meldungen von Nutzern, die ihre Ware später dann doch bekommen haben“, erklärt Behncke gegenüber der „MAZ“.

 

Von Anna Schughart/RND