Donnerstag , 27. Februar 2020
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Polizisten bewachen in Dresden einen Naziaufmarsch (Archivbild vom 15.02.2019). Quelle: imago images/Peter Blick

Dresden: Polizei soll Journalisten behindert haben

Hat die Polizei in Dresden bei den Demonstrationen zum 75. Jahrestag der Bombardierung der Stadt Journalisten bei der Berichterstattung behindert? Aufgrund der unübersichtlichen Situation könne es “zum Abdrängen von Pressevertretern“ gekommen sein, gibt die Polizei in Sachsen zu. Der Deutsche Journalistenverband fordert Aufklärung.

Dresden. Am Rande der Demonstrationen zum 75. Jahrestag der Bombardierung von Dresden hat die Polizei offensichtlich manche Journalisten an der Berichterstattung gehindert. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion in Dresden am Freitagmorgen sagte, könnten auch Pressevertreter betroffen gewesen sein, als in einer unübersichtlichen Situation Demonstrationsteilnehmer zweier Lager getrennt worden seien. Zuvor hatte die Polizei Sachsen über den Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, „aufgrund der Situation“ könne es auch „zum Abdrängen von Pressevertretern gekommen sein“.

Wortgefecht über Presseausweis

Im Vorfeld hatte ein freier Fotojournalist am Donnerstagabend auf Twitter geschrieben, dass ein Polizeibeamter ihm den Weg blockiert habe. Seinen Presseausweis habe der mit den Worten kommentiert: „Das ist mir scheiß egal, der gilt hier nicht.“ Der Deutsche Journalistenverband in Sachsen forderte ebenfalls über Twitter „Aufklärung im Umgang mit Medienvertretern“. Ein Sprecher der Polizeidirektion in Dresden konnte am Freitagmorgen auf Anfrage keine Auskunft zu dem konkreten Fall geben.

Verschiedene Gruppen hatten zum 75. Jahrestag der Bombardierung von Dresden zu Demonstrationen und Gegendemonstrationen aufgerufen. Am Jahrestag rufen regelmäßig rechtsextreme Gruppierungen zu Kundgebungen und Mahnwachen auf. Die Polizei war mit insgesamt 800 Beamten im Einsatz.

RND/dpa