Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Rechte verteilen Reizgas-Dosen in Cottbus
Die Polizei wertete die Aktion als Versammlung, die aber im Vorfeld hätte angemeldet werden müssen.

Rechte verteilen Reizgas-Dosen in Cottbus

Seit Tagen ist Cottbus in den Schlagzeilen: Immer wieder geraten Flüchtlinge und Einwohner aneinander. Die Stimmung ist vergiftet. Nun gießen Rechtsextreme mit einer Aktion weiter Öl ins Feuer.

Nach wiederholten Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Flüchtlingen in der Cottbuser Innenstadt haben Rechte dort Reizgas an Passanten verteilt. Die sechs Männer gaben am Mittwoch zudem Flyer mit dem Logo der rechtsextremen NPD aus, wie die Polizei mitteilte. Der Inhalt richtete sich demnach gegen Zuwanderung. Unter den 17 bis 32 Jahre alten Männern war auch ein Parteimitglied, wie ein Polizeisprecher sagte. Kräfte der Bereitschaftspolizei, die als Fußstreife unterwegs waren, hatten die Gruppe gegen 18.00 Uhr im Bereich Stadtpromenade gestoppt.

Die Beamten leiteten Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein, wie es weiter hieß. Noch nicht verteilte Flyer und Reizgas seien beschlagnahmt worden.

Zu einem weiteren Vorfall war es einige Stunden zuvor an einem Einkaufszentrum in der Nähe gekommen. Ein 21 Jahre alter Syrer schlug einem 16 Jahre alten Landsmann nach einem Streit mehrmals ins Gesicht, wie es weiter hieß. Ein dritter Syrer habe den Angreifer von weiteren Attacken abgehalten. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Täter in Gewahrsam. Weil er bereits mehrfach Straftaten begangen habe, sei dem Mann für einen Monat verboten worden, sich im Innenstadtbereich aufzuhalten.

Die Cottbuser Innenstadt war zuletzt immer wieder Schauplatz von Attacken zwischen Deutschen und Flüchtlingen. Die Polizei stockte deshalb ihre Präsenz auf und Cottbus nimmt vorerst keine weiteren Flüchtlinge auf.

Von Anna Ringle, dpa/RND

2 Kommentare

  1. Okay ,das ist nicht die Lösung,aber die logische Konsequenz, wenn die andere Seite grundsätzlich mit dem Messer unterwegs ist und davon Gebrauch macht.

    • @Andreas
      Sie glänzen ja wieder mit ausgezeichneter Detailkenntnis. Wahrscheinlich haben Sie sich vor Ort über die Bewaffnung der „anderen Seite“ informiert. Sonst könnte ich ihre Pauschalisierung nicht verstehen!
      Überhaupt: Was ist „andere Seite“. Sind das denn nicht alle Bewohner der Stadt Cottbus? Was ist „andere Seite“? Was für Fronten wollen Sie aufbauen, wenn wollen Sie ausgrenzen?