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Der Gesundheitsminister hat kein Verständnis für die Kritik: „Wir haben uns auf ein starkes Maßnahmenpaket verständigt.“

Gröhe weist Kritik an GroKo-Pflege-Plänen zurück

Die Pflege-Einigung von Union und SPD stößt auf massive Kritik bei Sozialverbänden. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) verteidigt den Kompromiss und mahnt, den Menschen keinen Sand in die Augen zu streuen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) weist die Kritik von Verbänden an den Pflege-Plänen von Union und SPD zurück. „Wer jetzt mehr Pflegestellen verspricht, als er angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt halten kann, streut den Menschen Sand in die Augen“, sagte der geschäftsführende Minister dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Wir haben uns auf ein starkes Maßnahmenpaket verständigt, um die Pflege älterer und kranker Menschen weiter nachhaltig zu verbessern. Das Sofortprogramm für 8000 neue Fachkraftstellen in der Altenpflege ist dabei ein wichtiger Schritt.“ Weitere Schritte müssten und würden folgen. „Dazu zählt eine Offensive für mehr Aus- und Weiterbildung, Anreize für eine Rückkehr von Teil- in Vollzeit, ein Wiedereinstiegsprogramm, bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne, um mehr Pflegekräfte zu gewinnen und zu halten“, so der CDU-Politiker weiter. Das alles sei „fest verabredet“ zwischen Union und SPD.

Gröhe reagiert damit auf Kritik von Verbänden, die angesichts der Pflege-Einigung von Union und SPD unter anderem von „einem Tropfen auf den heißen Stein“ gesprochen hatten. „Wir haben in den letzten Jahren für mehr als 30 000 neue Betreuungskräfte und allein 2017 für weit mehr als 10 000 neue Fachkraftstellen in den Pflegeheimen gesorgt“, sagte der Minister. „Die erfolgreiche Pflegepolitik der letzten Jahre werden wir jetzt entschlossen fortsetzen, um Pflegekräften und pflegenden Angehörigen weiter den Rücken zu stärken.“

Der Gesundheitsminister sagte Verbesserungen für Familien mit Pflegebedürftigen zu. „Um pflegende Angehörige noch besser zu unterstützen, wollen wir die Hilfen für die Pflege zu Hause, wie etwa Tages-, Kurzzeit- und Verhinderungspflege in einem jährlichen Entlastungsbudget bündeln“, so Gröhe. „Außerdem wollen wir den Zugang zu Rehabilitationsmaßnahmen für pflegende Angehörige spürbar erleichtern.“

Der aus einer Wahlkampfsendung mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekannte Pflege-Azubi Alexander Jorde hat die Pläne von SPD und Union zu Verbesserungen in der Pflege als unzureichend kritisiert. „Das ist eine minimale Korrektur, aber nicht der Neustart in der Pflege, den Martin Schulz versprochen hat“, sagte Jorde.

Von Rasmus Buchsteiner/RND/dpa

3 Kommentare

  1. Kritik ist auch völlig Fehl am Platze. Schliesslich haben nun die Alten-und Pflegeheime( also die städtischen) 0,xxx Pfleger mehr zur Verfügung.
    Das löst natürlich die Probleme und hat eine gewaltige Wirkung. Danke liebe Politik, das Ihr so wach und intelligent seid.

  2. … Union und SPD wollen 8000 Stellen in der Pflege … also neue Pflegekräfte ..
    Aber wie man das bewerkstelligen will , davon haben diese Politiker keine einzige Ahnung , Hauptsache man kann mit leeren Sprechhülsen auffallen. Keine Ahnung aber viel dumme Polemik abgeben . Man sollte mal ins Detail gehen , dann kann man lesen: „Wir haben in den letzten Jahren für mehr als 30.000 neue Betreuungskräfte und allein 2017 für weit mehr als 10.000 neue Fachkraftstellen in den Pflegeheimen gesorgt.!“
    .. Achtung , er spricht von Fachkraftstellen !!!! nicht von neuen Pflegekräften !!!!

  3. Wo sollen denn diese 8000 neuen Pflegefachkraftstellen geschaffen werden? Hat die Bundesregierung jetzt Einfluss auf die Personal- und Stellenplanung der Länder, Kreise, Kommunen und Gemeinden? Auf die kann es sich doch nur beziehen. Auf private Betreiber, und die bieten vermutlich das größte Angebot von Pflegeplätzen, wird man kaum Einfluss ausüben können. Ohnehin haben die Betreiber privatrechtlicher Pflegeheime und ambulanter Pflegedienste schon seit Jahren Probleme geeignete Fachkräfte zu finden.
    Und 8000 Stellen gemessen an unserer Einwohnerzahl in Deutschland sind doch lächerlich bei der zunehmenden durchschnittlichen Lebenserwartung und wachsenden Zahl von pflegebedürftigen Menschen.
    Gibt es in Lüneburg überhaupt noch ein städtisches Alten- und Pflegeheim oder einen städtischen ambulanten Pflegedienst? Ist mir ad hoc nicht bekannt.