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Die Demonstranten beschuldigten Fico und seine Drei-Parteien-Koalition, die an der Macht bleibt, verbreiteter Korruption.

Tausende fordern Neuwahlen in der Slowakei

Der Mord an einem Journalisten und dessen Freundin hat die Slowakei in eine tiefe Krise gestürzt. Tausende Regierungsgegner demonstrierten für vorgezogene Wahlen. Die Protestmärsche fanden in 35 slowakischen Städten und auch im Ausland statt.

Ungeachtet des Rücktritts von Regierungschef Robert Fico sind am Freitag erneut Zehntausende Slowaken auf die Straßen gegangen. In Bratislava und zahlreichen anderen Städten forderten sie eine lückenlose Aufklärung im Fall des ermordeten Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und vorgezogene Parlamentswahlen. Aufgerufen zu den Kundgebungen hatten parteilose Aktivisten, unterstützt wurden sie von Medien und Künstlern.

Der slowakische Präsident Andrej Kiska hatte Ficos Rücktrittsgesuch am Donnerstag angenommen, Nachfolger als sozialdemokratischer Regierungschef ist dessen bisheriger Stellvertreter Peter Pellegrini. Eine vorgezogene Wahl ist zunächst vom Tisch, was teils auf große Kritik stößt. Das Land steckt wegen der Ermordung von Kuciak und dessen Freundin vor drei Wochen in einer tiefen innenpolitischen Krise.

„Die Regierenden haben nicht verstanden, wie weit es schon gekommen ist“, sagte eine junge Mutter der Deutschen Presse-Agentur und kritisierte: „Die meinen, es reicht, ein paar Personen auszutauschen, aber ansonsten die gleiche Führungsgarnitur an der Macht zu lassen. Die verhöhnen uns doch!“ Auch von der Rednertribüne war immer wieder der Vorwurf zu hören, der neue Regierungschef Pellegrini sei in Wirklichkeit nur eine Marionette Ficos.

In Sprechchören forderten die Demonstranten: „Ins Gefängnis! Ins Gefängnis!“. Neben den Bildern Ficos und des schon am Montag zurückgetretenen Innenministers Robert Kalinak war auf den Transparenten der Demonstrierenden vor allem das Foto des Polizeipräsidenten Tibor Gaspar zu sehen, dessen Entlassung die Menge forderte.

Von dpa/AP/RND