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Der französische Ex-Präsident wird im Zuge von Spendengeld-Ermittlungen von der Polizei befragt.

Polizei nimmt Ex-Präsident Sarkozy in Gewahrsam

Der ehemalige französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist wegen möglicher Wahlkampfspenden aus Libyen in Polizeigewahrsam genommen worden. Derzeit werde er in Nanterre bei Paris befragt.

Bei den Ermittlungen der französischen Justizbehörden geht es um mögliche Wahlkampfgelder aus Libyen. Der konservative Politiker Sarkozy wird aktuell in Nanterre bei Paris zu den Anschuldigungen befragt.

Vorwürfe wegen angeblicher Wahlkampfspenden des damaligen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi an Sarkozy beschäftigen die französische Justiz bereits seit fünf Jahren. Ein Geschäftsmann hatte in einem Interview erklärt, er habe mehrere Koffer mit fünf Millionen Euro vom libyschen Geheimdienstchef in Tripolis überreicht bekommen und diese ins französische Innenministerium gebracht. Sarkozy war damals Innenminister.

Insgesamt ist die Rede von 50 Millionen Euro, die die libysche Regierung für den Wahlkampf im Jahr 2007 bereit gestellt haben soll. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte im April 2013 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf hatte Sarkozy die Vorwürfe in diesem Zusammenhang mehrmals zurückgewiesen. Der 63-Jährige war von 2007 bis 2012 Präsident und machte während und nach seiner Amtszeit auch mit weiteren möglichen Korruptions-Affären Schlagzeilen.

Skandale und Affären

Sarkozy spielte eine entscheidende Rolle in der sogenannten Bettencourt-Affäre, die bis heute nicht gänzlich aufgeklärt ist. Dabei ging es um den Vorwurf illegaler Wahlkampfspenden für den Ex-Präsidenten aus dem Vermögen der mittlerweile verstorbenen L’Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt.

Im Zuge dieses Polit-Skandals wurde Sarkozy 2014 erstmals in Polizeigewahrsam genommen. Damals ermittelte die Justiz wegen des Verdachts auf illegale Informationsbeschaffung und der Bestechung eines Juristen im Ermittlungsverfahren bezüglich der L’Oréal-Erben.

Seit mehr als zwei Jahren ist Sarkozy zudem Beschuldigter in einem weiteren Ermittlungsverfahren wegen illegaler Wahlkampffinanzierung. In der Bygmalion-Affäre soll die gleichnamige Kommunikationsagentur im Auftrag von Sarkozys Partei „Die Republikaner“ Rechnungen gefälscht und somit das gesetzliche Wahlkampfbudget deutlich überschritten haben.

Von RND/dpa