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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert niedrigere Kassen-Zusatzbeiträge und stößt auf Widerspruch.

Kassen warnen vor „Beitragssatz-Jojo“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert von den Kassen, Spielräume für Beitragssenkungen zu nutzen: Doch damit stößt er auf Gegenwind. SPD-Experte Karl Lauterbach rät Versicherten, einen Kassenwechsel zu prüfen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stößt mit seiner Forderung nach niedrigen Krankenkassen-Zusatzbeiträgen auf Widerspruch. „Spielräume, die wir uns durch hochwertige und effiziente Versorgung erarbeitet haben, geben wir an die Versicherten weiter. So haben drei AOKs gerade erst ihren Beitragssatz zum Jahresbeginn abgesenkt“, sagte Martin Litsch, Vorsitzender des AOK-Bundesverbandes, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Allerdings ist unseren Mitgliedern auch ein solide und nachhaltige Finanzplanung wichtig, sie wollen kein Beitragssatz-Jojo.“ Litsch sagte, Koalitionäre würden kostspielige Pläne verfolgen, daher sei mit zusätzlichen Ausgabenschüben zu rechnen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigt sich überrascht von Spahns Vorstoß. „Die Höhe der Zusatzbeiträge wird von den Krankenkassen nach betriebswirtschaftlichen Kriterien festgelegt und von den Aufsichtsbehörden genehmigt“, sagte Lauterbach dem RND. Die Lage unterscheide sich von Kasse zu Kasse sehr stark. Die Bandbreite der Zusatzbeiträge liege aktuell zwischen 0,0 und 1,7 Prozent: „Wenn man Krankenkassenwettbewerb will, hier hat man ihn.“

Lauterbach rät Versicherten dazu, einen Kassenwechsel zu prüfen. „Jeder Einzelne sollte sich genau das Preis-Leistungsverhältnis anschauen und gegebenenfalls die Kasse wechseln“, so der SPD-Politiker. „Damit können Kassenmitglieder durchaus einige hundert Euro pro Jahr sparen.“ Lauterbach sagte, die Zahl der Krankenkassen sei zuletzt immer weiter zurückgegangen: „Langfristig benötigen wir sicher nicht mehr als 30 bis 50 Kassen in Deutschland.“ Union und SPD würden Arbeitnehmer nun bei den Kassenbeiträgen entlasten: „Die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassen wird eines der ersten Projekte in der Gesundheitspolitik sein.“

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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