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„Ich bin der Boss“: US-Präsident Donald Trump während seiner Pressekonferenz zum Abschluss des Gipfels in Singapur.

Willkommen in der Trump-Ära

Es ist der Höhepunkt seiner bisherigen Amtszeit. Donald Trump demonstriert aller Welt, wie er der internationalen Politik seinen Stil aufzwingt und nach neuen Wegen sucht. Das persönliche Gespräch mit Kim Jong-Un öffnet ohne Zweifel neue Chancen für die Zukunft der koreanischen Halbinsel – aber der Preis ist hoch.

Tatsächlich ist es für Trump ein Leichtes, sich als Sieger zu präsentieren. Die früheren Sechser-Runden, mit denen der Diktator in Pjöngjang zur Räson gebracht werden sollte, verliefen schleppend – und am Ende stand ein hochgerüstetes Nordkorea, das allem Anschein nach über gewisse Techniken der Atomwaffen verfügt und die Nachbarländer mit seinen Raketentests in Angst und Schrecken versetzte.

Amerikaner, Chinesen, Russen, Japaner, Südkoreaner und Nordkoreaner saßen über Jahre an einem Tisch, und dennoch wurden außerhalb der Verhandlungsrunden so manche unsauberen Absprachen getroffen.

Trump dagegen sucht den unmittelbaren Show-down mit dem Kontrahenten. Seine Strategie geht – zumindest vorerst – auf: Der junge Machthaber aus Pjöngjang erkennt die Chancen, die ihm der unkonventionelle US-Präsident eröffnet und sonnt sich im Blitzlichtgewitter der Weltpresse. Kim Jong Un kann eine enorme diplomatische Aufwertung und eine Stabilisierung seiner Macht für sich verbuchen. Angesichts der Bilder eines freundlich lächelnden jungen Mannes, der begeistert durch die Partymeile von Singapur schlendert, gerät es fast zur unbeachteten Fußnote, dass seine Heimat einem menschenverachtenden Arbeitslager gleicht. Trump kommt nur am Rande auf das schreiende Unrecht und die grassierende Not in dem abgeschotteten Land zu sprechen. Auch erweist sich Kim Jong Un einmal mehr als geschickter Verhandler, da er keine konkreten Zugeständnisse abgegeben hat.

Sicherlich: Die Unverbindlichkeit in der Abschlusserklärung stand zu erwarten und sollte den Beteiligten nicht zum Vorwurf gemacht werden. Die enorme Bedeutung des Treffens liegt bereits in dem ersten hoffnungsvollen Schritt in Richtung Frieden. Das Aufatmen über die erste Stufe der Deeskalation ist in Südkorea und Japan entsprechend groß.

Und doch ist der Schaden für die Weltordnung enorm. Das Treffen von Singapur reiht sich ein in eine Serie von Ereignissen, die die internationalen Organisationen schwächt und zeigt, wie wenig sich der freie Westen zurzeit als Wertegemeinschaft versteht. Ohne mit der Wimper zu zucken, setzt Trump in seiner abschließenden Pressekonferenz seine Schimpftiraden auf den kanadischen Premierminister Justin Trudeau und auf die Europäische Union fort – um im nächsten Augenblick den Machthaber aus Pjöngjang in höchsten Tönen zu loben.

Auf den ersten Blick wirken Trumps Auftritte geradezu irrlichternd, da er alle Themen wild miteinander vermengt und in einem Atemzug von Handelsbilanzen und Atomwaffen spricht. Hinter dem vermeintlichen Chaos steckt jedoch System: Der US-Präsident demonstriert auf offener Bühne das Recht des Stärkeren und verachtet ein regelbasiertes Miteinander. Jetzt liegt es an den Verbündeten, dem wilden Treiben des eigenen Partners Grenzen zu setzen.

Von Stefan Koch/RND

16 Kommentare

  1. Norbert Kasteinecke

    Ich vermisse hier zu diesem durchaus historischen Tag das sonst übliche Trump-bushing in den Kommentaren ein wenig.

    Im Artikel selbst konnte man dieses ja sofort finden, klar, RND.

    >sollte morgen der heilige Geist auf Trump herniederfahren und er ginge über das Wasser, so fänden wir hier wohl den Kommentar des Mainstreams : Seht ihr, er kann nicht schwimmen.<

    Great job Mr. President – well done!

    • „Great job Mr. President – well done“?

      Sagen Sie uns interessierten Lesern Ihres Kommentares auch was genau „well done“ (gut durchgebraten) ist?

      Zwei Clowns haben eine Show abgezogen. Nordkoreas Bluff mit den Atom- und Raketentests hat funktioniert. Machthaber Kim Jong-un katapultiert sich auf Augenhöhe mit dem US-Präsidenten. Ist’s das. worüber Sie jubilieren, Norbert Kasteinecke? Oder plappern Sie bloß wieder nach, was die AfD-Sprachregelung Ihnen gebietet?

    • der heilige geist wird es nicht schaffen, bei trump einzudringen. eher das gegenteil. sie kennen den kürzesten witz? (zwei jäger treffen sich). danach konnte keiner mehr tweeten. schmunzel.

      • Norbert Kasteinecke

        Mir ist schon klar, dass es richtig weh tut, wenn die heile linke Welt so zusammenstürzt, aber Sie sollten trotzdem beide die Contenance wahren und wenigstens so tun als ob Sie gute Verlierer sind. 😉

        • ach, sie rechnen ja schon mit verlierern. also doch . schmunzeln. welche heile linke welt meinen sie? die von nord-korea?

        • Hallo Herr Kasteinecke, könnte es sein, dass Ihre heile rechte Welt in der Haupsache aus abgehangenen Sprüchen, gut reinglitschenden Vorurteilen und übelst durchgekauten Versatzstücken besteht, die mit altem Dung verklebt sind, welchen Sie aus dem schmuddeligen Phraseninkubator von geistigen Schrebergärtnern wie Jörg Meuthen und Gunter Runkel beziehen? Oder warum dengeln Sie bloß mit immerzu denselben leeren Klanghülsen herum, wenn Ihnen von Klaus Bruns die Gelegenheit gewährt wird, endlich einmal Positives über Ihre unappetitlichen Helden herzuzählen? Und gehört es eigentlich zum AfD-Masochismus, sich stets nur an solche Figuren anzuklammern. über welche die ganze Welt lacht – außer Ihnen vielleicht und drei, vier anderen Leuten von vorgestern oder vorvorgestern?

          • Norbert Kasteinecke

            Na, da lassen Sie ja mal buchstäblich die „Hosen runter“.

            So wollte ich es haben und Sie tun mir den Gefallen.

            Hätten Sie dann auch noch was zur Sache ?

          • […]Herr Kasteinecke! […)

            Ich würde es vorziehen, wenn Sie mir, anstatt ständig neue Ausflüchte in schalen Altherrensprüchen zu suchen, endlich erklärten, was Sie an dem Treffen zwischen dem notorischen Lügner Trump und Kim, dem kaum verlässlicheren Schlächter mit Babyface, so begeistert, dass Sie sich um 15:32 Uhr dermaßen aufplustern und Stadt und Erdkreis von Ihrer emotiven Wallung in Kenntnis setzen mussten.

          • Nachtrag:

            Eine vollständige Liste mit Trumps öffentlichen Lügen im Jahre 2017 (es waren nahezu 2.000) finden Sie auf der Website der New York Times unter dem Stichwort „trumps-lies“.

            Der „Fact-Checker blog“ der Washington Post hat am 31. Mai 2018 Präsident Trumps Lügen nach 466 Tagen im Amt auf 3.001 beziffert („President Trump lied more than 3,000 times in 466 days in office“).

            In den Foren der beiden (nach allem, was ich höre und lese) wohl angesehensten Zeitungen der Welt sind sämtliche Lügen Trumps genauestens (unter Angabe von Umständen und Quellen) dokumentiert.

  2. Wenn diese Verhandlungen dauerhaft zum Erfolg führen, wird der Friedensnobellpreis an Trump nicht vorüber gehen können. Wäre kaum auszuhalten aber in dem Fall berechtigt. Ich kann mir den Erfolg aber noch nicht vorstellen. Es wäre zu schön, dann kann ich auch mit dem biggest Dealmaker leben.

  3. Andreas Janowitz

    „…Der US-Präsident demonstriert auf offener Bühne das Recht des Stärkeren und verachtet ein regelbasiertes Miteinander…“
    Viel Spass dabei!
    Wenn auch nur ein winziges bischen aus dem Artikel „Getting Rich on Government-Backed Mortgages“ von Bloomberg stimmt und unser grosser Dealmaker hat gerade den grauen Finanzmarkt dereguliert, dann wird das kommende Abrauchen des US Immobilienmarktes ein Massaker. Diesmal halten hauptsächlich US Zwischenhändler Schrott-„Sicherheiten“ und der Staat ist letztenendes der Gläubiger… naja er kennt sich ja mit Bankrotten aus. ^^

  4. Otto Berg
    würden sie einen rat von mir annehmen, was den umgang mit dem rechten rand betrifft?

    • Gern.

      Zumindest anhören. Die Annahme hängt wie bei allem von der Güte ab.

      (Sie beziehen sich auf Herrn Kasteinecke und/alias „Andreas“, oder?)

      • (Sie beziehen sich auf Herrn Kasteinecke und/alias „Andreas“, oder?)
        ja.
        es wird empfohlen mit humor auf dumpfe aussagen zu reagieren. sie müssen nur erkennen, wo die falle aufgebaut ist. der rechte rand mischt gern, um dadurch den kern zu verwischen. der trick ist uralt. gelassenheit und darauf achten, was der rechte rand gern als antwort hat, hilft dabei. druck erzeugt nur gegendruck. die eigenen argumente müssen diese akteure nur dazu bringen, selbst auf den punkt zu kommen. dann wird es einfacher. haben sie hier schon antworten aus diesen kreisen erlebt, denen man nicht widersprechen kann, oder muss? ich nicht. was heißt das? erstmal, in ruhe liegt die kraft, norbert spielt mit ihr. man sollte nicht über jeden stock springen, den er hier hin hält. lösungen werden von dieser klientel nie angeboten, sondern nur schnellschüsse. abwarten was von denen kommt. und dann einfach mal fragen, wo es auf die dauer funktioniert hat. dann macht es schnell plumps. schmunzel.

        • Vielen Dank, Herr Bruns. Das inferiore Herumgerudere im rechten Blech- und Phrasen-Morast ist von Ihnen sehr anschaulich beschrieben und die läppischen Tricks und Kniffe von Herrn Kasteinecke haben sie trefflich analysiert. Ich werde versuchen, Ihre Ratschläge in Zukunft zu beherzigen, glaube aber überdies, dass vieles bei der Behandlung dieses eher schlichteren Probanden sehr erleichtert wird, weil Herr Kasteinecke mit jeder seiner Äußerungen ja unfreiwillig immer ein Selbstportrait mitliefert. Ersetzen Sie die nichtssagende Vokabel „links“ in den affektgrundierten Eruptionen von Herrn Kasteinecke einfach durch „rechts“, haben Sie sofort eine Art psychologisches Passbild des „Autors“ (der ja eigentlich gar kein Autor ist, weil er nur Vorgestanztes und bereits tausend Mal Gebrauchtes herauszuschleudern in der Lage ist).

  5. Europa hat ein großes problem. der umgang mit den alten. in afrika sitzen sie mitten im dorf und geben bei bedarf ratschläge. bei uns werden sie ins altersheim gesteckt. dann wird sich von der wirtschaft auch noch beschwert, dass immer so viel wissen verschwindet. studieren heißt nicht automatisch schlau zu werden. da gehört mehr dazu. wer fällt auf dumme rein? nur die, die noch dümmer sind. was will ich damit sagen? der kluge verlässt sich nicht auf den mainstream, er macht sich eigene gedanken. und nur , weil ein dummer , mit geld erfolgreich ist, wird er nicht schlau. kann man hier gut erkennen.

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