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Nachdem Italien die Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff „Aquaris“ ablehnte, schickte Frankreich das "SOS Mediterranee" zur Hilfe.

Frankreich lädt Minister aus Spanien und Italien zur Krisensitzung

Italiens Weigerung, die Flüchtlinge aus dem Rettungsschiff „Aquarius“ aufzunehmen, zieht weiter Kreise: Nachdem Spanien Hilfe zusicherte, bestellt Frankreich die Innenminister beider Länder zur Krisensitzung nach Paris. Aber auch Italien zieht Konsequenzen.

Angesichts der Krise um das Rettungsschiff „Aquarius“ hat der französische Innenminister Gérard Collomb seine Amtskollegen aus Rom und Madrid zu Gesprächen nach Paris eingeladen. Dabei solle in den kommenden Tagen der Dialog über Fragen der Migrationspolitik vertieft werden, teilte sein Ministerium mit. Der französische Botschafter muss sich währenddessen in Rom melden.

In einem Telefonat mit dem italienischen Innenminister Matteo Salvini habe Collomb an die Notwendigkeit eines abgestimmten Vorgehens der EU-Mitgliedstaaten hinsichtlich der Seenotrettung erinnert. Zugleich habe er verlangt, dass die Anforderungen des internationalen Rechts vollständig berücksichtigt werden.

EU-Verhandlungen zur Asylpolitik abschließen

Collomb begrüßte die Entscheidung Spaniens, das Schiff im Hafen von Valencia aufzunehmen. Im Gespräch mit Salvini wies er auf den deutlichen Rückgang der Zahl von Migranten hin, die über das zentrale Mittelmeer nach Europa kommen. Beide Minister seien übereingekommen, dass die EU-Verhandlungen zur Asylpolitik sobald wie möglich zum Abschluss gebracht werden sollten. „Neue Vorschläge sollen es erlauben, auf die Sorgen gewisser Mitgliedstaaten zu antworten.“

Französische Botschafter nach Rom bestellt

Nachdem sich der französische Regierungssprecher kritisch über die italienische Flüchtlingspolitik geäußert hatte, soll auch der französische Botschafter zum Rapport nach Rom kommen. Italiens Außenminister Enzo Moavero Milanesi habe den Diplomaten einbestellt. Konkret soll die Rede vom „Beweis einer Form von Zynismus und einer gewissen Verantwortungslosigkeit der italienischen Regierung“ gewesen sein.

Die neue populistische Regierung Italiens hatte die Häfen des Landes für die „Aquarius“ mit 629 Migranten an Bord gesperrt, was Frankreich scharf kritisierte. Nach zweitägiger Blockade ist das Schiff nun auf dem Weg nach Spanien.

Von RND/dpa

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