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Die türkische Währung Lira befindet sich seit Tagen im freien Fall

Trump verdoppelt Strafzölle gegen die Türkei

Im Streit mit der Türkei wollen die USA neue Strafzölle auf Stahl und Aluminium verhängen. Washington fordert seit Monaten die Freilassung mehrerer US-Bürger aus türkischer Gefangenschaft. Derweil stürzte die Lira am Freitag auf ein Allzeittief.

Der diplomatische Konflikt zwischen den USA und der Türkei spitzt sich weiter zu. US-Präsident Donald Trump heizte die Krise um den Verfall der Lira am Freitag an und verdoppelte die Strafzölle. „Ich habe gerade eine Verdoppelung der Zölle auf Stahl und Aluminium hinsichtlich der Türkei bewilligt“, teilte er am Freitag auf Twitter mit.

Die Zölle auf Aluminium würden nun auf 20 Prozent und die für Stahl auf 50 Prozent angehoben. Trump verwies ausdrücklich darauf, dass die türkische Lira „schnell gegenüber unserem sehr starken Dollar abrutscht!“ Er fügte hinzu: „Unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut!“

Die USA fordern die Freilassung des in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson und weiterer amerikanischer Staatsbürger. Die USA hatten deswegen vergangene Woche Sanktionen gegen den türkischen Innenminister Süleyman Soylu und gegen Justizminister Abdülhamit Gül verhängt. Damit werden mögliche Vermögen der Minister in den USA eingefroren, außerdem dürfen US-Bürger keine Geschäfte mit ihnen machen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erließ daraufhin ebenfalls Sanktionen gegen US-Minister.

Erdogan ruft erneut zu Umtauschaktionen auf

Die Türkische Lira verliert seit Monaten an Wert. Seit einigen Tagen befindet sich die Währung wieder im freien Fall. Erdogan hatte seine Landsleute angesichts der Krise am Freitag erneut dazu aufgerufen, ausländisches Geld in türkische Lira umtauschen.

Angesichts des Streits mit den USA und von Sorgen über Erdogans Wirtschaftspolitik fiel die Währung am Freitag auf ein Allzeittief. Gegenüber dem Dollar gab sie um mehr als zehn Prozent nach. Seit Jahresbeginn hat die Lira 66 Prozent ihres Wertes verloren.

Erdogan bezeichnete den Werteverfall der Lira am Donnerstag als eine „Kampagne“, um der Türkei zu schaden. Am Freitag schlug er in dieselbe Kerbe: Ausländer versuchten, der Türkei Schaden zuzufügen und einen „Wirtschaftskrieg“ gegen sie zu führen.

Keine Auswirkungen auf den europäischen Handel erwartet

Ein Analyst hielt es am Freitag für unwahrscheinlich, dass die Probleme der Lira Auswirkungen auf den europäischen Handel haben könnten. Selbst wenn der Export in die Türkei um ein Fünftel zurückginge, würde das nicht mehr als 0,1 Prozentpunkte des jährlichen Bruttoinlandsprodukts der 19 Länder der Eurozone ausmachen, sagte der Ökonom Carsten Hesse von der Bank Berenberg in London. Eine Bankenkrise in der Türkei könnte zwar einige negative Folgen für die Banken der Eurozone haben. Die möglichen Verluste seien aber zu klein, um eine größere Krise auszulösen.

Von RND/dpa/AP

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