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Griechenlands Premier Alexis Tsipras bei der Eröffnung der Handelsmesse in Thessaloniki.

Tsipras verspricht Griechen höhere Löhne und bessere Lebensstandards

Das letzte Rettungspaket für Griechenland lief im vergangenen Monat aus. Der Ministerpräsident blickt nun optimistisch in die Zukunft: Er versprach seinen Landsleuten höhere Löhne und einen besseren Lebensstandard.

Nach jahrelangen Sparmaßnahmen hat der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras seinem Land einen höheren Lebensstandard versprochen. Er werde die Arbeitslosenquote senken, für höhere Löhne sorgen und Steuern kürzen, erklärte der Regierungschef in einer Ansprache zur Eröffnung einer Handelsmesse in Thessaloniki.

Tsipras verwies auf die positive Entwicklung seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren: 300.000 Arbeitsplätze seien entstanden, die Wirtschaft werde 2018 wahrscheinlich um 2,5 Prozent wachsen. Die Arbeitslosenquote von derzeit 19 Prozent solle in den kommenden fünf Jahren auf zehn Prozent fallen.

Er versprach außerdem eine Senkung der Körperschaftssteuer, höhere Sozialausgaben sowie Steuervergünstigungen für junge Akademiker, die aus dem Ausland nach Griechenland zurückkehren. Der Mindestlohn soll steigen, Polizisten, Militärangehörige und Mitarbeiter der Justiz sollen rückwirkend mehr Geld bekommen.

Letztes Rettungsprogramm lief im vergangenen Monat aus

Auch auf das umstrittene Thema weiterer Rentenkürzungen ging Tsipras ein. Er glaube, dass die Haushaltsziele auch ohne eine solchen Schritt erreicht werden könnten, erklärte er. Dies werde er aber noch mit der EU diskutieren.

Das letzte Rettungsprogramm für Griechenland lief im vergangenen Monat aus. Das Land muss sich nun wieder auf den Finanzmärkten finanzieren.

Der Ministerpräsident betonte in seiner Rede die engen Verbindungen Griechenlands zu den USA. Beide Länder verbinde eine starke strategische Partnerschaft. Zu Gast war am Sonntag der amerikanische Handelsminister Wilbur Ross, der in seiner Rede ebenfalls die gemeinsamen Beziehungen würdigte und lobte, dass Griechenland seine Zusagen an die Nato bezüglich der Verteidigungsausgaben einhalten.

Proteste vor der Rede Tsipras’

Ross eröffnete die jährliche Handelsmesse, bei der die USA in diesem Jahr Gastland sind. Unternehmen wie Microsoft, Cisco, Facebook, Google und IBM zeigen dort ihre neuesten Entwicklungen.

Vor der Rede des Ministerpräsidenten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen nationalistischen Demonstranten und der Polizei, die bis in die Nacht andauerten. Die rund 6000 Demonstranten protestierten gegen ein Abkommen der griechischen Regierung mit Mazedonien, das den jahrzehntelangen Namensstreit zwischen beiden Ländern beenden soll. Es kam auch zu Zusammenstößen zwischen linksgerichteten Demonstranten und der Polizei.

Von RND/AP