Mittwoch , 19. September 2018
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Rechtsextreme Teilnehmer einer Kundgebung in Köthen (Sachsen-Anhalt), die als „Trauermarsch“ für den 22-Jährigen Köthener deklariert war, der nach einem Auseinandersetzung mit zwei Afghanen an einem Herzversagen starb.

Strafverfahren nach Demos in Köthen und Halle

Nach dem sogenannten Trauermarsch in Köthen hat die Polizei zwölf Strafverfahren eingeleitet. Der polizeiliche Staatsschutz ermittle unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung, teilte eine Polizei-Sprecherin am Dienstag mit.

Nach der von der AfD angemeldeten Demonstration am Montagabend seien zudem vier Strafanzeigen gestellt worden. In Köthen war in der Nacht zum Sonntag ein 22-jähriger Deutscher nach einem Streit mit zwei Afghanen an Herzversagen gestorben. Am Sonntagabend hatten sich rund 2500 Menschen an einem „Trauermarsch“ beteiligt, unter ihnen nach Angaben der Sicherheitsbehörden etwa 500 Neonazis und Rechtsextreme aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen. Am Montagabend hatten sich an einem weiteren „Trauermarsch“ bis zu 550 Menschen beteiligt.

Am Dienstagabend besuchte Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) einen Trauergottesdienst in Köthen. Er warnte vor Spekulationen zum Tathergang und zur Ermittlungsarbeit. Die Staatsanwaltschaft gehe allen Hinweisen nach.

Auch Aufmarsch in Halle hat ein Nachspiel

Auch eine Demonstration in Halle, an der am Montagabend rund 450 Menschen teilgenommen hatten, hat ein Nachspiel: „Bisher wurden Ermittlungen wegen insgesamt 14 Strafanzeigen eingeleitet“, teilte eine Polizeisprecherin mit. Darunter seien Strafanzeigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Beleidigung, Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Aus dem Protestzug heraus war mehrfach der Hitler-Gruß gezeigt und von einigen der rund 450 Teilnehmer „Sieg Heil“ gerufen worden, wie die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd mitteilte. Manche Demonstranten seien stark alkoholisiert gewesen und hätten Polizisten bespuckt.

Von RND/dpa