Dienstag , 18. September 2018
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Das Schild des jüdischen Restaurants "Schalom" im Zentrum von Chemnitz. Am Abend des 27. August wurde das Restaurant angegriffen.

Chemnitzer Wirt wird nach Überfall Lüge vorgeworfen

In Chemnitz wird das jüdische Lokal „Schalom“ angegriffen. Nun wird der Wirt des Lokals beschimpft, er habe den Angriff aus Werbezwecken für sein Restaurant nur erfunden.

Der Chemnitzer jüdische Gastronom Uwe Dziuballa wird nach eigenen Angaben nach dem Angriff mutmaßlich rechter Demonstranten auf sein Lokal der Lüge bezichtigt. So werde ihm unter anderem vorgeworfen, den Überfall nur aus Werbegründen für sein koscheres Lokal „Schalom“ erfunden zu haben, sagte er der in Weimar erscheinenden mitteldeutschen Kirchenzeitung „Glaube und Heimat“ (Ausgabe 16. September). Als „Beweis“ dafür würden die mutmaßlichen rechtsextremistischen Absender anführen, dass sein Restaurant am fraglichen 27. August Ruhetag gehabt habe.

Dziuballas koscheres Lokal „Schalom“ war am Abend des 27. August laut dem Wirt von zehn bis zwölf Personen mit Steinen und Flaschen attackiert worden. Er selbst sei von einem Stein an der Schulter getroffen worden. Die Ermittlungen laufen. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) wollte den Gastronom am Mittwoch besuchen.

Wie Dziuballa gegenüber der Kirchenzeitung betonte, diene das Lokal an den montäglichen Ruhetagen sehr oft als Ort für Sonderveranstaltungen. Am Abend des Überfalls habe dort beispielsweise ein öffentlicher Vortag stattgefunden. Er wünsche sich derzeit vor allem, dass in Chemnitz statt Hysterie wieder Andacht, Mitgefühl und Nachdenklichkeit die Oberhand gewinnen, sagte der Gastronom.

Von RND/epd