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Bereits am Montag demonstrierte die AfD in Köthen.

Pegida und AfD mobilisieren für weitere Demo

Köthen kommt nicht zur Ruhe: Pegida und AfD mobilisieren zu einer weiteren Demonstration in die anhaltische Kleinstadt. Die Veranstaltung am Sonntag hat „Zukunft Heimat“ aus Cottbus angemeldet. Unterdessen relativiert eine Zeugin ihre Aussagen zum Tatgeschehen. Die Ermittler geben Details bekannt.

Pegida und AfD mobilisieren zu einer weiteren Demonstration in Köthen nach dem Tod des 22-jährigen Marcus B. Auch weitere rechtspopulistische und rechtsradikale Bewegungen sind dabei: Anmelder der Kundgebung am Sonntagabend ist Hans-Christoph Berndt von „Zukunft Heimat“. Der Verein aus der Lausitz hat bisher vor allem Cottbus als Demonstrationsort genutzt. Auch Vertreter von „Kandel sind überall“ sollen sprechen. Die Bewegung „ein prozent“ unterstützt die Veranstaltung. Die AfD schickt ihren Landesvorsitzenden Martin Reichardt, aber nach jetzigem Stand keine Bundesprominenz.

AfD-Kreischef Daniel Roi sagte, man möchte der „bürgerlichen Mitte eine Möglichkeit geben, auf die Straße zu gehen“. Die Partei grenze sich scharf von den organisierten Neonazis ab, die am vergangenen Sonntag einen Trauermarsch in Köthen mit Hetzreden und Parolen dominiert hatten. Am Montag hatten AfD und die Rechtsextremen um die „Thügida“-Bewegung zu getrennten Veranstaltungen aufgerufen. Der erneute Aufruf für Sonntag nach Köthen ist also ein Kampf zwischen Rechtspopulisten und Rechtsextremen um die Vorherrschaft auf der Straße.

Zeugin relativiert ihre Aussagen, Details zum Streit

Unterdessen schließen die Ermittler im Fall des in Köthen gestorbenen 22-Jährigen weiter aus, dass Tritte oder Schläge den Tod des Mannes verursacht haben. Er habe keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der Geschädigte zu Tode geschlagen oder getreten wurde, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau, Horst Nopens, am Mittwoch in Halle. Die Todesursache sei – entgegen vieler Spekulationen – ein Herzinfarkt. Den Ermittlern zufolge ist das inzwischen auch mit feingeweblichen Untersuchungen belegt. Der Herzinfarkt basierte auf einer angeborenen Fehlbildung des Herzens.

Die Ermittler teilten auch weitere Erkenntnisse zum Tathergang mit. „Der später Gestorbene soll schlichtend eingegriffen haben“, sagte Nopens. Eine Zeugin habe ihre Aussagen bei einer Anhörung „massiv relativiert“. Vorher war von ihr eine Audio-Datei mit einer mutmaßlichen Augenzeugen-Aussage aufgetaucht. Inhaltliche Details zu der Relativierung nannte Nopens aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Es habe nach jetzigem Kenntnisstand im Vorfeld eine Auseinandersetzung zwischen drei Afghanen gegeben. Dann seien zwei Deutsche hinzugekommen. Bei dem Versuch zu schlichten, habe der 22-Jährige einen Faustschlag ins Gesicht bekommen und sei dann zu Boden gegangen.

Von Jan Sternberg/RND