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Eine Frau füllt in der Beratungsstelle von "Donum Vitae Berlin-Brandenburg e.V." in Berlin Pankow ein Formular zu ihrer Beratung aus.

Papst spricht von „Auftragsmord“ – Frauenärzte empört

Die deutschen Frauenärzte reagieren empört auf Papst Franziskus. Der hatte bei seiner Generalaudienz am Mittwoch im Vatikan Abtreibungen mit Auftragsmorden verglichen. Die Mediziner halten dagegen.

Der Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte in Deutschland, Christian Albring, reagiert empört auf Äußerungen von Papst Franziskus, wonach Abtreibungen Auftragsmorden gleichzusetzen seien. „Der Papst hat in seiner Generalaudienz Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, mit Auftragsmördern verglichen“, sagte Albring dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Richtig ist stattdessen, dass Frauenärztinnen und -ärzte, die Schwangerschaften nach den gesetzlichen Vorgaben abbrechen, dies tun, weil sich die Frauen in einer Notlage befinden, sei dies wegen medizinischer oder psychischer Gefährdung, einer sozialen Krise oder nach einem gewaltsam herbeigeführten Geschlechtsverkehr“, stellte der in Hannover niedergelassene Frauenarzt klar.

„Sie sehen die Frauen, die durch ihre Schwangerschaft in einer ausweglosen Situation sind und ärztliche Hilfe benötigen. Sie führen nicht etwa Schwangerschaftsabbrüche durch, weil sie gewissenlos sind, sondern weil sie sich gerade aus Gewissensgründen zu dieser Hilfe verpflichtet fühlen“, so Albring gegenüber dem RND.

Von Thoralf Cleven / RND