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Sabine Vogt, Leiterin der Abteilung Schwere und organisierte Kriminalität beim BKA und Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk bei der Pressekonferenz zur Festnahme des 20-jährigen Datendiebs

Bericht: Datenklau-Täter war der Justiz seit Längerem bekannt

Der 20 Jahre alte Schüler, der illegal private Daten im Internet verbreitete, war der Justiz offenbar seit Längerem bekannt. Drei frühere Ermittlungsverfahren sollen eingeleitet, aber nie abgeschlossen worden sein. Auch Zweifel am Motiv des Täters mehren sich.

 Der 20-jährige Schüler, der massenhaft Daten von Politikern und Prominenten ins Netz gestellt hat, ist einem Medienbericht zufolge der Justiz bereits vor dem aktuellen Datenklau-Fall bekannt gewesen sein. Wie der „Spiegel“ ohne Angabe einer Quelle berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Gießen bereits drei Ermittlungsverfahren gegen den Täter eingeleitet. Keines der Verfahren ist demnach abgeschlossen worden sein.

Nun ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt

In den früheren Fällen soll der heute 20-Jährigen untern anderem wegen des Verdachts des Ausspähens von Daten und der Datenfälschung aufgefallen sein. Sie seien an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main übergeben worden, die auch in dem aktuellen Fall ermittelt.

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Zweifel am Motiv des Täters

Der Täter hatte als Motiv für seinen großangelegten Datendiebstahl angegeben, aus Ärger über Aussagen von Politikern und Prominenten gehandelt zu haben. Laut „Spiegel“ gibt es Anzeichen dafür, dass das nicht das einzige Motiv des Täters gewesen sein könnte.

Dem Magazin zufolge gibt es Indizien dafür, dass der Schüler im Internet rechtsextreme Positionen verbreitet habe. Genannt werden dabei bereits zuvor bekannte Kommentare, die der Täter unter Pseudonym verbreitet hatte, darunter Äußerungen wie „so leute jetzt wisst ihr wieso die NSDAP wiederkommen wird“ oder Beschimpfungen gegen „linksversiffte Gutmenschen“. Er soll sich zudem auf YouTube-Kanälen wie „Die Vulgäre Analyse“ herumgetrieben haben und davon beeinflusst worden sein.

Von RND/jw