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Polizisten sind auf dem Gelände der Polizeischule General Santander im Einsatz nach einem mutmaßlichen Bombenanschlag.

Neun Tote durch Autobombe in Kolumbiens Hauptstadt

Die Friedensbemühungen in Kolumbien sind in den vergangen Jahren stetig vorangeschritten. Doch die ELN verübte in jüngster Zeit Angriffe auf die Polizei. Steckt sie hinter der Explosion der Autobombe in Bogotá?

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind am Donnerstagmorgen (Ortszeit) durch eine Autobombe an einer Polizeischule mindestens neun Menschen getötet worden. Mehr als 20 weitere hätten bei der Explosion Verletzungen erlitten, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Augenzeugen berichteten von einer lauten Explosion, die Fenster in den angrenzenden Gebäuden zersplittern ließ. Hubschrauber kreisten über der Polizeiakademie General Santander, zu der üblicherweise nur Berechtigte Zugang haben. Mehrere Krankenwagen waren vor Ort.

„Ich bin traurig und sehr besorgt, weil ich keine Informationen über meinen Sohn habe“, sagte ein Mann, der seinem Sohn ein Paket bringen wollte. Sein Sohn habe vor zwei Tagen in der Schule angefangen.

Präsident via Twitter: „Alle Kolumbianer lehnen Terrorismus ab „

Präsident Iván Duque sagte, er und die ranghöchsten Kommandeure des Militärs eilten von einem Besuch im Westen des Landes zurück in die Hauptstadt, um die Ermittlungen zu leiten. Er nannte den Angriff „erbärmlich“. „Alle Kolumbianer lehnen Terrorismus ab und stehen ihm geschlossen entgegen“, schrieb Duque auf Twitter. „Wir werden uns der Gewalt nicht beugen.“

Die linksgerichteten Rebellen der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) hatten in jüngster Zeit mehrfach Angriffe auf die kolumbianische Polizei verübt. Friedensgespräche zwischen der Gruppe und der Regierung von Duque liegen auf Eis.

Friedensabkommen mit Rebellenorganisation Farc geschlossen

Mit der größten Rebellenorganisation Kolumbiens, Farc, hatte die Regierung 2016 ein Friedensabkommen geschlossen. Dadurch wurde ein 50 Jahre langer Konflikt mit Schätzungen zufolge 260.000 Toten und sieben Millionen Vertriebenen beendet. Auch die Verhandlungen mit der ELN hatten bereits unter Duques Vorgänger Juan Manuel Santos begonnen, doch Duque will nicht mit ihnen sprechen, solange sie nicht der Gewalt abschwören.

Von RND/AP