Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Söder muss auf Krawall verzichten
Markus Söder ist nun bayerischer Ministerpräsident und CSU-Chef in Personalunion.

Söder muss auf Krawall verzichten

Eine Rückkehr zu alter Stärke wird für die CSU langwierig und schwierig – wenn sie überhaupt gelingt. Aber immerhin scheint die Partei eines verstanden zu haben, kommentiert Rasmus Buchsteiner.

Die CSU ist ein geschrumpfter Riese. Mit dem zum neuen Parteivorsitzenden gekürten Markus Söder wird plötzlich ein Mann zum Hoffnungsträger, der 2018 schwere Fehler gemacht und die für die CSU so wichtige absolute Mehrheit in Bayern verloren hat. Mit Horst Seehofer geht ein Christsozialer, der in 10 Jahren an der Spitze sicher vieles, aber nicht alles falsch gemacht hat. Die CSU will glauben, dass dieser Führungswechsel die Rückkehr zu alter Stärke einleitet.

Keine Kopf-durch-die-Wand-Politik mehr

Dabei ist von ihrem einstigen Mythos, in dessen Hochzeiten ihre Führungsleute unbestritten und unangefochten Bayern verkörperten, kaum etwas übrig. Es wird lange dauern, bis diese Partei sich neu erfinden kann – wenn es ihr denn überhaupt gelingt. Söder muss sich nun beweisen. Und zwar nicht mit Krawall und Kopf-durch-die Wand, sondern mit kluger Sachpolitik und dem Versuch, nicht nur rechts verlorene Stimmen wieder zurückzuholen.

Die neue Entspannungspolitik gegenüber der Schwesterpartei CDU ist nur ein Beleg dafür, dass dies in der CSU verstanden worden ist. Die Europawahl Ende Mai, bei der mit Manfred Weber erstmals ein Christsozialer nach dem Amt des Kommissionschefs in Brüssel greift, wird zum ersten großen Test auch für Söder.

Von Rasmus Buchsteiner/RND